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Folge 24: Sandman

Verfasst: Di 9. Jul 2019, 07:01
von Jochen
Diskussionen rund um unseren Ausflug in die wundersamen Gefilde der Graphic Novels bitte in diesen Thread. Auch gerne genommen: Tipps für lesenswerte Graphic Novels, idealerweise welche, die es als dicke Sammelbände gibt.

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Di 9. Jul 2019, 18:05
von dennis1505
Ein Klassiker, den man meiner Meinung nach schon einmal gelesen haben sollte, ist "Maus" von Art Spiegelman. Den hatte mir Mal ein Lehrer ausgeliehen, danach wollte ich es selber im Regal stehen sehen und hab's mir einfach gekauft :D
"Maus" hatte mir damals gezeigt, dass Graphic Novels auch etwas für Erwachsene sind und man sich durchaus intensiv damit beschäftigt, während man liest...
Einfach schön (sofern man das bei solch einer Geschichte sagen kann) erzählt, fand ich echt klasse!

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Mi 10. Jul 2019, 18:29
von Jochen
Ja, Maus ist in der Tat sehr empfehlenswert. Die beiden Bände stehen bei mir auch seit Jahren im Regal.

Ich habe mir heute für Urlaub Teil 2 übrigens den dritten Sandman sowie die ersten beiden Bände von Preacher gekauft. Und damit ich zur Abwechslung auch mal was lerne außerdem noch "Economix" von Michael Goodwin. Das sollte reichen für ... zwei Tage fürchte ich :mrgreen:

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Mi 10. Jul 2019, 18:56
von falko
Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Sandman-Bände bei Comixology für je 4,49 gerade im Sale sind und jetzt weiß ich auch nicht weiter.

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Do 11. Jul 2019, 04:49
von A_Forest
Jochen hat geschrieben:
Mi 10. Jul 2019, 18:29
... sowie die ersten beiden Bände von Preacher gekauft
Hehe... da bin ich gespannt, was du davon hältst!
Preacher entstand - wie der Sandman - im goldenen Zeitalter des Vertigo-Imprints und ist ein weiteres altehrwürdiges Denkmal an jene Epoche! Und mit den ersten zwei Bände bist du schon gut bedient um einen fundierten Eindruck davon zu bekommen.
Aber vorsicht!
Ich kaufte mir damals auch erst nur einen Band, wurde aber sofort süchtig danach, dass ich in den nächsten Wochen alle Bände kaufen MUSSTE! Man will einfach wissen, wie es zu Ende geht und ja... das Ende macht Sinn!

Bin immer noch schwerst beeindruckt davon, dass Garth Ennis gerade mal Mitte Zwanzig war, als er die Serie schrieb und das aber so dermaßen gut hinbekommen hat!

Und sollte dir der Preacher gefallen, dann weißt du auch schon, wo du bei Hellblazer einsteigen musst. Und zwar bei den Ausgaben, welche eben jener Garth Ennis mit Anfang Zwanzig übernahm. Von den 300 Ausgaben sind leider fast nur seine lesenswert, weil er den Charakter des John Constantin prägte, wie kein anderer nach ihm...

Genug der Lobhuddelei: viel Spaß beim Lesen!

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Do 11. Jul 2019, 14:48
von Oliver Naujoks
Danke, dass Ihr Euch auch mal in für Euch etwas unbekanntere Gefilde und aus der comfort zone gewagt habt. Auch wenn ich jetzt immer noch nicht so genau weiß, ob ich Sandman auch mal probieren soll oder nicht, ich hasse die Aussage, auch bei TV-Serien, wie die Pest: "Das und das und das musst Du durchhalten, dann wird es richtig gut!" Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Ich glaube, ich schiebe das noch ein wenig vor mir her.

Noch ein Tipp, wenn Ihr auch mal einen Manga versuchen wollt: "20th Century Boys" von Naoki Urasawa. Mit das beste, was ich je in meinem Leben gelesen habe, egal in welchem Medium und in welcher Darreichungsform. Komplex, berührend, intelligent und nutzt das Medium Bildergeschichte virtuos bis perfekt. Allerdings extrem umfangreich, mal wieder.

Zum Abschluss müssen wir uns noch eine kleine Strafe oder Wiedergutmachungshandlung für Falko ausdenken: Digga, das Ding heißt AchsenSPRUNG, nicht -BRUCH! :shock: ;)

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Do 11. Jul 2019, 14:53
von falko
Argh. Ich führe es darauf zurück, dass die letzten Monate immer irgendwas am Auto war. Zum Glück kein Achsenbruch, aber nah dran.

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Do 11. Jul 2019, 16:07
von Ironic Maiden
Danke, das war eine schöne Folge. Ich lese nicht viele Comics, hatte aber viel Spaß mit den "Fables"-Comics und Neil Gaimans "Marvel 1602". Generell empfinde ich die "großen", regelmäßig erscheinenden Comicreihen aber als abschreckend und unzugänglich. Auf Empfehlung eines Freundes hin habe ich mal "Civil War" von Marvel gelesen und auch durchaus genossen - insbesondere als Vorbereitung auf den Film - aber mein persönlicher Eindruck ist, dass man nicht einfach so losgehen und sich einen Batman- oder Spiederman-Comic kaufen kann, man muss wirlich recherchieren und sich in das Universum einarbeiten, und dafür fehlen mir die Zeit und das ernsthafte Interesse.

Zum Thema serielles Erzählen möchte ich noch ergänzen, dass der moderne Spannungsroman seine Ursprünge im Fortsetzungsroman hat. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen z.B. viele Romane von Charles Dickens oder seinem Kumpel Wilkie Collins in wöchentlich erscheinenden Magazinen, etwa in dem von Dickens herausgegebenen "Household Words". Für die Autoren hatte das den Vorteil, dass sie ein regelmäßiges Einkommen generieren konnten, was in einer Zeit, in der Urheberrecht noch teilweise eine wackelige Angelegenheit war, existentiell notwendig war. Zudem konnten sich die meisten Leser einen kompletten gebundenen Roman von 500 und mehr Seiten kaum leisten und der Zugang zu Büchereien war oft nicht gegeben. Gleichzeitig gab es aber plötzlich breite Bevölkerungsschichten, die lesen konnten und durchaus wöchentlich kleinere Summen für Hefte ausgeben konnten. Besonders der Krimi hat von dieser Leseform massiv profitiert und die Rezeption von Collins "Der Monddiamant" und "Die Frau in Weiß" ähnelt auch teilweise den heutigen Diskussionen darüber, was in "Lost" denn jetzt genau los ist und wer in "Game of Thrones" als nächstes stirbt. Ich persönlich fände es irgendwie großartig, wenn wir heute wieder solche Fortsetzungsromane hätten, bei denen man mit Freunden und Kollegen Woche für Woche diskutieren könnte, aber angesichts des extrem zersplitterten Literaturmarktes wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben. Es ist ja schon schwer genug, Menschen zu finden die das gleiche Buch gelesen haben wie man selbst, einfach weil das Angebot so groß ist.

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Do 11. Jul 2019, 18:09
von derChris
Hi Falko.

Wenn du die englischen Versionen der Marvel-Comics lesen möchtest, dann kannst du auch aus Deutschland raus Marvel Unlimited abonnieren.

Re: Folge 24: Sandman

Verfasst: Fr 12. Jul 2019, 08:37
von Gentlehamster
Eine sehr schöne und bereichernde Folge.
Es war äußerst spannend für mich zu hören wie zwei mittlerweile Comicfremde Leser die Geschichten und ihre Darbietung rezipieren. Doppelt hat mich begeistert, dass ihr euch für den Einstieg die Sandman Reihe ausgesucht habt. Empfehlen würde ich das allerdings keinen, denn wir ihr bemerkt habt, die Methapanels und sowie der Einsatz verschiedener Gestaltungen kann Neulinge schnell überfordern.

Da ihr nach empfehlugnen gefragt habt; hier eine kleine Auswahl.

Graphic Novels
Die Geisel
https://www.reprodukt.com/Produkt/graphicnovels/geisel/

Persepolis
https://www.editionmoderne.ch/de/68/aut ... trapi.html

Drei Schatten
https://www.reprodukt.com/Produkt/graph ... -schatten/

Coraline
https://www.paninishop.de/artikel/dneil ... -faltcover

Seriele Comics
Saga
https://www.cross-cult.de/titel/Saga-1.html

Courtney crumrin
https://t1p.de/w3fi

Walking Dead
https://www.cross-cult.de/titel/the-wal ... l_medium=9

Manga
Hitler
https://www.reprodukt.com/Produkt/manga/hitler/

Dragon Head
https://kodanshacomics.com/series/dragon-head/

Monster
https://t1p.de/kqcp

Comic-Theorie
Comics neu erfinden
https://www.carlsen.de/sites/default/fi ... 747938.pdf

Making Comics
https://www.amazon.de/Making-Comics-Sto ... 1435261941

Zu Heikos Einwurf, dass die Serie aufgrund ihres Erfolgs den Comic ablösen könnte.
Liegt der Erfolg von Serien auf Comicbasis nicht eher daran, dass die Leser von Comics häufig der Nerdkultur zugewandt sind und daher bereits eine höhere Affinität zu filmartigen Unterhaltungsmedien aufweisen?

Und nein; Bücher sind nicht zu teuer. Zumindest nicht aus sicht der Preiskalkulation. Die Vertriebs- und Preispolitischenentscheidungen sind nur noch auf dem Stand von 1930. DVDs sind per se auch nicht zu teuer, sie entsprechen nur nicht der Zahlungsbereitschaft der Käufer.
Mich hatte es schon geschockt zu sehen wie auf den diesjährigen Buchtagen wieder mit dem Thema Digitalisierung und neue Geschäftsmodell umgegangen wurde. Spoiler: es war keine Begeisterung oder gar Neugier auf dem Weg zu Neuen.

Ich hoffe darauf in diesem Jahr, vielleicht noch einer Comic-Folge lauschen zu können. :D

P.S. Beste Comic Verfilmung ist und bleibt Constantin, vielleicht knapp gefolgt von Coraline und IkillGiant. :P