Folge 63: Herkunft

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
Benutzeravatar
falko
Beiträge: 316
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Folge 63: Herkunft

Beitrag von falko » Mi 27. Jan 2021, 15:27

Als Vierzehnjähriger kam Saša Stanišić mit seinen Eltern 1992 in Deutschland an, auf der Flucht vor dem Bosnienkrieg. Er lebte in einem Stadtteil von Heidelberg, lernte Deutsch, machte Abitur und begann, Deutsch als Fremdsprache und Slawistik zu studieren. Eine Aufenthaltsgenehmigung erhielt er, aber diese war gekoppelt an seine Tätigkeit als Schriftsteller, was, wie er in seinem Buch anmerkt, ihm nur recht war, denn er wollte sowieso nichts anderes tun.

Vorgespult: 2019 erhält er für “Herkunft” den Deutschen Buchpreis für den besten Roman des Jahres. Darin erzählt Stanišić seine Lebensgeschichte in Form von Fragmenten, Anekdoten, Erinnerungen und Gedanken – und auch mit Abschweifungen, Mutmaßungen und was-wäre-wenn. Aber ist das überhaupt ein Roman? Und ist die allgemeine Begeisterung, die das Buch erhalten hat, in unseren Augen gerechtfertigt?

Viel Spaß mit der neuen Folge!

Folge 63: Herkunft
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Flo
Beiträge: 18
Registriert: Di 17. Nov 2020, 11:12

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Flo » Mi 27. Jan 2021, 22:04

Nichts inhaltliches, aber kommt es nur mir so vor als wäre die Lautstärke der Folge extrem niedrig?

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 316
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von falko » Do 28. Jan 2021, 06:51

Danke für den Hinweis. War mir beim Probehören nicht aufgefallen, im direkten Vergleich ist es aber so ... wir checken das.
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 316
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von falko » Do 28. Jan 2021, 08:16

Yep, ist etwas leise abgemischt. Wird heute Abend durch eine bessere Version ersetzt - am besten morgen noch mal neu downloaden, wer's noch nicht gehört hat.
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Benutzeravatar
Oliver Naujoks
Beiträge: 60
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 13:43
Wohnort: Zeven

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Oliver Naujoks » Do 28. Jan 2021, 13:52

falko hat geschrieben:
Do 28. Jan 2021, 08:16
Yep, ist etwas leise abgemischt. Wird heute Abend durch eine bessere Version ersetzt - am besten morgen noch mal neu downloaden, wer's noch nicht gehört hat.
Mal doof und grundsätzlich gefragt: Das gilt dann für alle Aggregatoren? Ich nutze z.B. die iOS-App Pocket Casts. Auch da würde dann morgen einfach gelten: Episode löschen und nochmal neu holen? Oder meintest Du jetzt nur den direkten Download bei Euch?
Liest: "Through the Moongate", Andrea Contato // "Am Rio de la Plata", Karl May // Monster #8, Naoki Urasawa
Spielt: Brogue, Diablo III, Diablo, The Forgotten City, Ultima 7: The Black Gate, It Takes Two, MLB The Show

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 316
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von falko » Do 28. Jan 2021, 13:56

Wir hosten das File bei Libsyn, und alle Player holen es von dort. Sobald ich es ausgetauscht habe, wird von da an jeder neue Download korrekt sein (wie auch das Abspielen via Webplayer auf unserer Homepage).
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Shenmi
Beiträge: 180
Registriert: Sa 23. Mär 2019, 11:06

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Shenmi » Sa 30. Jan 2021, 15:07

Das mit der Lautstärke ist mir auch aufgefallen.
Leider war das aber auch ansonsten keine Folge für mich, denn ähnlich wie ihr euch bei den Sachbüchern immer fragt, wer so etwas liest, geht es mir mit Biografien.
Ich frage mich ernsthaft, was es mich interessieren soll, was irgendwelche (semi) berühmten Menschen in ihrer Kindheit gemacht haben?
Derzeit lesen ja auch alle diese Obama Biography, als hätte dieser Mann irgendwas Herausragendes getan, außer hehre Worte zu formulieren und ein bisschen in die Kamera zu menscheln.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit diesem Star Kult überhaupt nichts anfangen kann und es als sehr peinlich empfinde, wenn man fremde Menschen anhimmelt, die man nicht persönlich kennt.
Wenn ich den Markus Lanz sehe, der zu Obama sagte, er habe an dessen Buch nur eines zu kritisieren : "Nämlich das die tausend Seiten zu kurz waren" bekomme ich ein Würgegefühl.
Aber so geht es mir auch bei Steve Jobs, Dieter Bohlen oder irgendwelchen Sportlern. Ich komme einfach nicht dahinter, warum ich darüber lesen sollte, was solche Menschen als Kinder oder Heranwachsende getrieben haben. Vermutlich dasselbe wie ich.

Einzige Ausnahmen sind übrigens Stephen King, wo ich "Das Leben und das Schreiben" gekauft habe und einige Fluchtgeschichten, aus Nordkorea.
Bei King habe ich aber eher darauf gehofft zu erfahren, wie seine Schreibprozesse ablaufen. Bei den Frauen interessieren mich die Geschichten selbst, weil ich so etwas ja auch in der Familie habe und meine Mom leider nicht gern darüber spricht.
Vielleicht ist das ja die Antwort: Mich interessieren die Geschichten, nicht unbedingt die Personen die sie erleben. Ich liebe Stephen Kings Welten, die Charaktere, seine Phantasie etc. Was er als Neunjähriger zum Mittag serviert bekam, oder welchen Spind er in der Highschool mal mit einem grünen Aufkleber versehen hat, interessiert mich nicht wirklich.

Bei den Buchpreisen kann man auch nicht sicher sein, ob da die literarische Qualität/Geschichte ausgezeichnet wird, oder eher das Bespielen von Zeitgeist Themen, denen dann wiederum mit allerlei Steuergeldern zu Relevanz verholfen wird.
Ich finde es immer schade, weil da bestimmt jede Menge Kreativität und auch gute Geschichten auf der Strecke bleiben. Ist ja bei der deutschen Filmindustrie nicht anders.
Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend-bewahre aber das Aussehen einer Rose" - Pita Amor

Insanity
Beiträge: 65
Registriert: Mo 3. Dez 2018, 22:06

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Insanity » Sa 30. Jan 2021, 19:01

Gerade bei herausragenden Persönlichkeiten wie Ausnahmeathleten, Company Bosses und Co. finde ich den (meist extrem geschönten und/oder romatisierten) Werdegang extrem interessant. Wie wurden aus Kindern wie du und ich diese speziellen Erwachsenen? Wie hat es ein LeBron James geschafft, die schwindelerregenden Erwartungen als Top Draft nicht nur zu erfüllen, sondern sogar zu übertreffen und vor allem nicht an dem unmenschlichen Druck zerbrochen zu sein? Was treibt einen Tom Brady an, seit 20 Jahren einen Rekord nach dem anderen in der NFL aufzustellen und niemals an sich zu zweifeln? Wie kann aus einem farbigen Jungen aus Hawaii mit arabischem zweiten Vornamen der erste People of Color-Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden? Welche Saat wurde diesen Menschen in jungen Jahren un den Geist eingepflanzt, um einen solchen Weg gehen zu können, während andere Leute morgens in den Spiegel sehen und fast an der Frage zerbrechen, ob die Kollegen um Büro womöglich hinterrücks über sie lästern? Das finde ich hochspannend!

Ironic Maiden
Beiträge: 122
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Ironic Maiden » Sa 30. Jan 2021, 22:47

Shenmi hat geschrieben:
Sa 30. Jan 2021, 15:07

Leider war das aber auch ansonsten keine Folge für mich, denn ähnlich wie ihr euch bei den Sachbüchern immer fragt, wer so etwas liest, geht es mir mit Biografien.
Ich frage mich ernsthaft, was es mich interessieren soll, was irgendwelche (semi) berühmten Menschen in ihrer Kindheit gemacht haben?
Derzeit lesen ja auch alle diese Obama Biography, als hätte dieser Mann irgendwas Herausragendes getan, außer hehre Worte zu formulieren und ein bisschen in die Kamera zu menscheln.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit diesem Star Kult überhaupt nichts anfangen kann und es als sehr peinlich empfinde, wenn man fremde Menschen anhimmelt, die man nicht persönlich kennt.
Wenn ich den Markus Lanz sehe, der zu Obama sagte, er habe an dessen Buch nur eines zu kritisieren : "Nämlich das die tausend Seiten zu kurz waren" bekomme ich ein Würgegefühl.
Das geht mir sehr ähnlich. Mir fällt eigentlich keine (Auto-)Biographie ein, die ich gerne gelesen habe. Ausnahmen sind höchstens Texte, die das Leben einer Person in einen weiteren historischen Kontext einordnen, aber das ist dann eher bei Biographien über schon lange verstorbene Personen interessant und dann finde ich eher die Zeit als die Person spannend. Biographisch eingefärbte Essays gehen mMn noch, wenn der Autorin oder dem Autor irgendetwas weitergehendes einfällt, aber anscheinend ist das bei "Herkunft" ja auch nicht so.
Insofern ist das kein Buch, das ich in absehbarer Zeit lesen werde. (Trotzdem natürlich danke für die Folge.)

Flo
Beiträge: 18
Registriert: Di 17. Nov 2020, 11:12

Re: Folge 63: Herkunft

Beitrag von Flo » So 31. Jan 2021, 01:04

Ironic Maiden hat geschrieben:
Sa 30. Jan 2021, 22:47
Shenmi hat geschrieben:
Sa 30. Jan 2021, 15:07

Leider war das aber auch ansonsten keine Folge für mich, denn ähnlich wie ihr euch bei den Sachbüchern immer fragt, wer so etwas liest, geht es mir mit Biografien.
Ich frage mich ernsthaft, was es mich interessieren soll, was irgendwelche (semi) berühmten Menschen in ihrer Kindheit gemacht haben?
Derzeit lesen ja auch alle diese Obama Biography, als hätte dieser Mann irgendwas Herausragendes getan, außer hehre Worte zu formulieren und ein bisschen in die Kamera zu menscheln.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit diesem Star Kult überhaupt nichts anfangen kann und es als sehr peinlich empfinde, wenn man fremde Menschen anhimmelt, die man nicht persönlich kennt.
Wenn ich den Markus Lanz sehe, der zu Obama sagte, er habe an dessen Buch nur eines zu kritisieren : "Nämlich das die tausend Seiten zu kurz waren" bekomme ich ein Würgegefühl.
Das geht mir sehr ähnlich. Mir fällt eigentlich keine (Auto-)Biographie ein, die ich gerne gelesen habe. Ausnahmen sind höchstens Texte, die das Leben einer Person in einen weiteren historischen Kontext einordnen, aber das ist dann eher bei Biographien über schon lange verstorbene Personen interessant und dann finde ich eher die Zeit als die Person spannend. Biographisch eingefärbte Essays gehen mMn noch, wenn der Autorin oder dem Autor irgendetwas weitergehendes einfällt, aber anscheinend ist das bei "Herkunft" ja auch nicht so.
Insofern ist das kein Buch, das ich in absehbarer Zeit lesen werde. (Trotzdem natürlich danke für die Folge.)
Die von Graham Chapman ist ziemlich gut: "Autobiografie eines Lügners"
Aber wie bei einem Monty Python zu erwarten ist, liegt das vor allem daran, dass sie verdammt witzig ist.
Ansonsten stimme ich zu, dass Biografien von Promis (vor allem von Politikern) meistens verdammt öde und nichts weiter als PR-Texte sind.

Antworten