Folge 76: Kinderbücher

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
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falko
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Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von falko » Mo 26. Jul 2021, 14:38

Heute unternehmen wir in einer Sonderfolge einen Ausflug in die Welt der Kindheit. Genauer gesagt zu den Büchern, die wir selbst damals gelesen haben, und zu einigen, die heutzutage beliebt sind.

Viel Spaß mit der neuen Folge!

Folge 76: Kinderbücher
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Flo
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von Flo » Mo 26. Jul 2021, 19:42

Weil Märchen ja auch so lange Thema waren, muss ich dazu gleich etwas empfehlen:

In dieser Folge von Betreutes Fühlen reden der Psychologe Dr. Leon Windscheid und Atze Schröder genau über das: Märchen.
Woher kommen sie, wie haben sie sich im Lauf der Zeit verändert und welche Funktion haben sie. Und auch, weshalb es für Kinder gar nicht unbedingt gut ist, wenn man die Märchen so wie heute maximal soft oder sogar "divers" umschreibt.

https://www.youtube.com/watch?v=1d-jOeW7izs

Absolut hörenswert und mit der Folge hier als Anlass gleich doppelt.


Außerdem noch ein Buchtipp, wo wir eh schon grad dabei sind: Walter Moers - Ensel und Krete
Eine urkomische Parodie a) auf das Märchen und b) auf das Klischee vom erfolgreichen Schriftstellergenie
(Wäre auch einer meiner Wünsche für eine Folge im Podcast)

Shenmi
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von Shenmi » Di 27. Jul 2021, 18:29

Meine Lieblingskinderbücher stammen aus der Zauberland Reihe, des russischen Autors Alexander Wolkow.
Der Freund meiner Mom hatte sie aus seiner Kindheit aufbewahrt und ich habe sie über alles geliebt. Im Grunde handelt es sich beim ersten Band, um eine Kopie des Wizard of OZ, aber mir hat Wolkows Version immer sehr viel besser gefallen.
Die sechs Bände der Reihe gibt es mittlerweile auch als EBook, ich habe sie erst letztes Jahr wieder entdeckt und gleich gekauft. Am besten hat mir immer "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten" gefallen und "Der gelbe Nebel".


https://www.amazon.de/Alexander-Wolkow- ... B007UIHCJ2

Ganz tolle Kinderbücher, die wir auch schon im Bekanntenkreis verschenkt haben.
Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend-bewahre aber das Aussehen einer Rose" - Pita Amor

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ABMGW
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von ABMGW » Mi 28. Jul 2021, 07:49

Ich hab meinen Kindern Märchen von Grimm vorgelesen - das war ein voller Erfolg. Aber nicht weil die Märchen so gut sind, sondern eher im Gegenteil. So hat man Gesprächstoff und um kann sich drüber unterhalten wieso die Dinge im dem Buch genau so gelaufen sind.

Besondere Lieblinge meiner Kinder: "Herr Korbes" und "Von dem Tode des Hühnchens".

Ironic Maiden
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von Ironic Maiden » Mi 28. Jul 2021, 10:44

Danke für die Folge!

Das Sams und "Hilfe, die Herdmanns kommen" habe ich als Kind sehr gerne gelesen und letzteres Buch war ein ziemlicher Renner in meiner Familie, sogar meine Eltern haben das Buch damals gelesen, weil ich so begeistert davon war, und es auch sehr gemocht. (Meine Mutter ist Sozialpädagogin und hat in den 70ern in der Jugendgerichtshilfe gearbeitet, sie meinte, dass die Herdmanns sie durchaus an einige ihrer Klienten erinnert hätten...)

Vorlesen finde ich ebenfalls sehr wichtig und ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie sich sehr viel Zeit dafür genommen haben. Mein Vater hat mir und meinem Bruder den kompletten "Herrn der Ringe" vorgelesen, als ich etwa 10 und mein Bruder knapp 8 war, obwohl er beruflich sehr eingespannt war und wenig Zeit hatte. Ich denke, das hat meinen Lesegeschmack sehr geprägt und mir auch das Selbstvertrauen vermittelt, dass man auch sehr lange Bücher lesen kann. Überhaupt fand ich es sehr gut, dass meine Eltern uns nur Bücher vorgelesen haben, die sie auch selbst mochten. Sie kannten Tolkien halt noch als das Kultbuch aus ihrer Studienzeit und hatten, glaube ich, auch Spaß daran, uns die Texte, die sie selbst mochten, zugänglich zu machen.

Märchen haben in unserer Familie vor allem in Form von Parodien eine Rolle gespielt. Ich weiß nicht mehr genau, woher ich die Grimmschen Märchen eigentlich kenne, aber konkrete Erinnerungen habe ich vor allem daran, wie mein Vater uns Parodien darauf vorgelesen hat, z.B. die entsprechenden Gedichte von Roald Dahl und das großartige "Kuttel Daddeldu erzählt seinen Kindern das Märchen vom Rotkäppchen und zeichnet ihnen sogar was dazu" von Joachim Ringelnatz. (Hier ein Link, leider ohne die Illustrationen, aber jede*r muss diesen Text sofort lesen:
https://www.projekt-gutenberg.org/ringe ... uttel.html )

Bei meinen Schüler*innen merke ich, dass Märchen immer noch präsent sind, allerdings häufig nur in Bruchstücken oder einzelnen Motiven. In meiner 11. Klasse kannte neulich nur ein sehr kleiner Teil das Märchen von Rotkäppchen von Anfang bis Ende, das Original hatte niemand jemals gelesen.

Und zum Schluss noch eine Buchempfehlung für Leute, die das Sams und die Herdmanns mögen, und zwar "Die grüne Wolke" von A.S. Neill. Neill ist einer der Begründer der antiautoritären Erziehung und hat diese Geschichte den Kindern in seiner Internatsschule Summerhill erzählt. Der Plot ist in meiner Erinnerung wirr und gewalttätig, so besorgen sich die Kinder z.B. Waffen und basteln sich Dumm-Dumm-Geschosse, da sie gegen Löwen und Tiger kämpfen müssen und die Todesrate unter den Protagonisten ist ziemlich hoch, aber ich habe dieses Buch als Kind eben deswegen sehr geliebt.

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falko
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von falko » Mi 28. Jul 2021, 11:14

Ich werde inzwischen von Freunden geshamet, weil ich öffentlich zugegeben habe, die Herdmanns nicht zu kennen!!!
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Ironic Maiden
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Re: Folge 76: Kinderbücher

Beitrag von Ironic Maiden » Sa 31. Jul 2021, 11:29

falko hat geschrieben:
Mi 28. Jul 2021, 11:14
Ich werde inzwischen von Freunden geshamet, weil ich öffentlich zugegeben habe, die Herdmanns nicht zu kennen!!!
Das ist wirklich traurig. Wahre Freunde helfen einander, ihre Fehler zu überwinden, anstatt sie deswegen zu shamen! :D

Nochmal kurz zum Thema Brutalität in Märchen und eventuelle Vorbehalte dagegen. Ich konnte mir lange nicht vorstellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Kindern Märchen vorenthalten würden, weil diese zu "brutal" sind.
Und dann bin ich vor einiger Zeit einer Ausbilderin für Deutsch-Referendare begegnet, die allen Ernstes der Überzeugung war, dass "Krabat" als Lektüre für die 7. Klasse zu gewalttätig und gruselig sei. Also wirklich. Was glaubt diese Frau eigentlich, was Jugendliche in dem Alter sonst so an Inhalten konsumieren? Und solche Leute bilden Deutschlehrer*innen aus und bewerten diese. Wenn ich nicht nicht befürchtet hätte, meinem Referendar Schwierigkeiten zu machen, hätte ich der Person mal ein paar sehr deutliche Worte gesagt...

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