Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
Antworten
Benutzeravatar
falko
Beiträge: 163
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von falko » Mo 23. Mär 2020, 19:31

Wir haben noch lange nicht alle Kontintente und literarischen Ecken der Welt besucht. Schon deswegen wird es Zeit für einen Abstecher nach Südamerika. Wenn wir uns dorthin begeben, widmen wir uns direkt auch einem Leuchtturm, nämlich dem Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez, zu dem wir beide bislang als Leser keinen Bezug hatten.

Die „Chronik eines angekündigten Todes“ ist … nun, genau das. Wir tauchen in den Trubel einer Kleinstadt an der kolumbianischen Karibikküste ein, wo ein Mord geschieht. Doch die große Frage ist nicht, wer es war, auch nicht, warum es geschehen ist. Nein, Márquez geht es nur um das „wie“ der Tat.

Viel Spaß mit der neuen Folge!

Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Benutzeravatar
Oliver Naujoks
Beiträge: 29
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 13:43
Wohnort: Zeven

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von Oliver Naujoks » Mi 25. Mär 2020, 08:31

Schöne Folge, dir mir Lust gemacht hat, den Kurzroman noch mal wieder zu lesen, von dem ich praktisch nichts mehr weiß. Ähnlich geht es mir mit "Die Liebe in den Zeiten der Cholera", den ich in den 80ern gelesen hatte und ganz, ganz toll fand, obwohl ich gefühlt damals eigentlich noch zu jung dafür war. Ich weiß nur noch was von einem Papagei, der suizidal in einen Kochtopf springt, dieses Bild ist bei mir hängen geblieben.
Insbesondere an Jochen, der ja deutlich begeisterter war als Falko, dem kann ich die "Liebe in den Zeiten.." wärmstens mal ans Herz legen. Euren Podcast sprengt das wohl (ziemlich fetter Wälzer), aber wenn mal Zeit ist, so nebenbei..

Auch schön Eure Ehrlichkeit, dass für Euch Südamerika literatisch ein blinder Fleck ist. Ist bei mir, bis auf die o.g. Romane und einige wenige Ausnahmen (Allende & co.) auch so. Da muss ich zu meiner Schande gestehen, da kenne ich mich im südamerikanischen Fußball deutlich besser aus...sollte man ggf. mal ändern.
---
Liest: "Classic American Crime Fiction of the 1920s", Leslie S. Klinger // "Joseph Balsamo", Alexandre Dumas
Spielt: Sherlock Holmes: The Mystery of the Mummy, Mass Effect, Nancy Drew # 33, Unavowed, MLB The Show 20, NHL 20

Ironic Maiden
Beiträge: 72
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von Ironic Maiden » So 29. Mär 2020, 13:01

Danke für die Folge. Die Novelle habe ich nicht gelesen und auch sonst zu meiner Schande so gut wie nichts aus Mittel- und Südamerika. (Außer mal den ersten 50 Seiten von "Die Liebe in den Zeiten der Cholera".)

Ganz spannend finde ich die gängigen Definitionen von "magischer Realismus". Im Grunde ist das dann sowas wie die seriöse Cousine von Urban Fantasy. Bei beiden treffen alltägliche/ reale Settings auf magische Elemente, nur die Gewichtung ist jeweils unterschiedlich. Das sieht man ja auch daran, dass das Hauptwort bei dem einen "Realismus" und beim anderen "Fantasy" ist, aber im Endeffekt haben beide Genres gewaltige Gemeinsamkeiten.

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 163
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von falko » So 29. Mär 2020, 13:08

These: "Magischer Realismus" ist ein Begriff, den das Feuilleton erfunden hat, um sich nicht mit dem Begriff "Fantasy" beschmutzen zu müssen. :D
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Ironic Maiden
Beiträge: 72
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von Ironic Maiden » So 29. Mär 2020, 15:39

falko hat geschrieben:
So 29. Mär 2020, 13:08
These: "Magischer Realismus" ist ein Begriff, den das Feuilleton erfunden hat, um sich nicht mit dem Begriff "Fantasy" beschmutzen zu müssen. :D
Oder "Urban Fantasy" ist ein Begriff, den die Verlage erfunden haben, weil die Leute bei "Realismus" an Fontane und Effie Briest denken. :D

Dachs von Ghissi
Beiträge: 4
Registriert: Sa 29. Jun 2019, 08:01

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von Dachs von Ghissi » Fr 3. Apr 2020, 07:34

Danke für den Lesetipp. Auch ich musste mich in diese fremde, intensive, derbe, friebrig-schillernde Welt erst hineinlesen, aber recht schnell entwickelte der Roman zumindest bei mir einen unwiderstehlichen Sog. Probleme hatte ich manchmal mit den vielen Namen. Das äußerst visuell geschilderte Finale habe ich sofort auf der inneren Kinoleinwand gesehen - aber als Thrillerfinale. Auf den letzten Seiten ist mir vor allem folgender Halbsatz aufgefallen, den ich unglaublich stark finde: "... und schwammen dabei in dem trügerischen Stausee, den sie jenseits der Angst fanden". Allein dieser Satz übt eine Sog aus... :o

Thema Flüche... Bei mir in der Übersetzung von Meyer-Clason heißt es übrigens wörtlich "Hoden des Herrgotts". Was mich sofort an den Ausruf "Hood's balls! " aus Steven Eriksons Malazan-Saga erinnerte.

Google listet übrigens als einen der ersten Treffer zum Buch eine universitäre Arbeit über einige Werke von Marquez auf. Ich fand sie ganz interessant für die Nachbetrachtung. Dort wird auch eine konkrete Lösung für die Frage, wer der eigentliche Verursacher der Tragödie ist, angeboten. Dieser Idee muss man nicht zustimmen, aber als Gedankenspiel ist es bereichernd. Und zeigt noch mehr die Untiefen der im Roman geschilderten Gesellschaft.

Ich habe mal "Tante Julia und der Kunstschreiber" (neu: "Tante Julia und der Schreibkünstler") des peruanischen Autors Mario Vargas Llosa verschlungen und würde das als Dankeschön - Tipp bezüglich südamerikanischener Literatur gerne zurückgeben. Es geht ums Geschichtenerzählen und ums langsam verrückt werden.

Benutzeravatar
derFuchsi
Beiträge: 28
Registriert: Di 29. Jan 2019, 15:53

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von derFuchsi » Mo 20. Apr 2020, 07:30

Also so langweilig könnte mir selbst in monatelanger Quarantäne nicht werden dass ich anfange Bücher zu lesen über die Gesellschaft einer Kolumbianischen Kleinstadt in den 50ern, aber ok jeder wie er mag :lol:
Immerhin habe ich was über magischen Realismus gelernt. ;)

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 163
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 40: Chronik eines angekündigten Todes

Beitrag von falko » Mo 20. Apr 2020, 11:05

derFuchsi hat geschrieben:
Mo 20. Apr 2020, 07:30
Also so langweilig könnte mir selbst in monatelanger Quarantäne nicht werden dass ich anfange Bücher zu lesen über die Gesellschaft einer Kolumbianischen Kleinstadt in den 50ern, aber ok jeder wie er mag :lol:
Reden wir im November noch mal. :D
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Antworten