Was lest ihr gerade?

Gepflegte Diskussionen über (gute) Bücher und alles, was damit zu tun hat.
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NobodyJPH
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von NobodyJPH » Do 24. Jan 2019, 13:32

Ich habe heute endlich "Angela Merkel ist Hitlers Tochter" beendet und mein erster Eindruck hat sich bestätigt: Das Buch ist recht humorvoll geschrieben und bietet einen guten Überblick über den Themenkomplex "Verschwörungstheorien". Fünf Sterne bei Amazon, klare Kaufempfehlung!

Als nächstes nehme ich mir vermutlich ein Werk von einem gewissen Falko Löffler vor... da bin ich aber eher skeptisch. :lol:

darkmace
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von darkmace » Fr 25. Jan 2019, 15:37

Also seit Weihnachten gelesen hab ich:

Verteidigung der Missionarsstellung - Wolf Haas
Die Macht der Alten - Richard Schwartz
Harry Potter und der Stein der Weisen - J. K. Rowling
Harry Potter und die Kammer des Schreckens - J. K. Rowling
Red Rising - Pierce Brown

Heute hab ich gerade mit Der Wanderer von Richard Schwartz begonnen. Trotzdem füllt sich meine Leseliste schneller als ich lesen kann xD
So viele Bücher und so wenig Zeit!!

Ironic Maiden
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Ironic Maiden » So 27. Jan 2019, 17:26

Ich habe jetzt angefangen, "The Way of Kings" von Brandon Sanderson zu lesen, nachdem es allerorten so gelobt wurde und bisher bin ich eher unterwältigt. Mag sein dass es an mir liegt, aber momentan dauert alles, alles ewig und die Aussicht auf weitere 900 Seiten und dann noch zwei weitere Bände erfreuen mich gerade nicht besonders. Die Figuren haben verschwurbelte Namen, die ich mir nur schlecht merken kann, die Welt ist zwar originell aber für mich irgendwie unästhetisch, die ständigen Wechsel des PoV-Charakters nerven mich (vor allem, weil in den einzelnen Kapiteln dann immer recht wenig passiert) und einige Dinge finde ich einfach albern. (Insbesondere diese windspren erinnert massiv an Tinkerbell und ist für mich einfach nervtötend und doof. Und wenn ich das richtig sehe, macht diese Figur schon ein Drittel der vorkommenden weiblichen Figuren aus, das lässt mich schwarz sehen...)
Ich bin mir wirklich noch nicht sicher, wie weit ich mit dem Buch kommen werde. Den ersten Band der "Mistborn"-Trilogie von Sanderson mochte ich sehr, und die beiden weiteren Bände habe ich dann zumindest noch lesen können, aber hier sollte innerhalb der nächsten 200 Seiten irgendetwas passieren, das mich fesselt, ansonsten war's das.

xenophil
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von xenophil » So 27. Jan 2019, 19:55

Zurzeit lese ich, inspiriert vom Podcast, "die vielen Leben des Harry August". Und bisher bin ich begeistert und gespannt, wie sich die Geschichte auf den letzten einhundert Seiten entwickeln wird.

Stuttgarter
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Stuttgarter » Di 29. Jan 2019, 23:04

Ich lese häufig parallel - zur Zeit Bob Woodwards Trump-Buch "Furcht". Das ist aber so eklig, dass ich dazu definitiv nen Ausgleich brauche. Tadaa - Dan Simmons "Hyperiongesänge". Letzteres eine sehr faszinierende Space Opera.

Darüber hinaus bin ich grad dran, die ganzen Neuübersetzungen der klassischen Bond-Romane zu lesen. Zum einen sind die Neuübersetzungen sehr unterhaltsam - zum anderen merkt man, dass Fleming mit jedem Buch besser geworden ist. "Casino Royal" ist echt mühsam - aber schon der dritte, "Moonraker", ist sehr viel besser lesbar. Es ist aber durchaus eine Reise in eine andere Zeit - wie Fleming über Frauen, Russen und "Neger" schreibt, ist aus heutiger Sicht eine völlig andere Welt.

Insanity
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Insanity » Mi 30. Jan 2019, 23:41

Stuttgarter hat geschrieben:
Di 29. Jan 2019, 23:04
Tadaa - Dan Simmons "Hyperiongesänge". Letzteres eine sehr faszinierende Space Opera.
Ich glaube, für das Buch war ich zu blöd. Zumindest beim zweiten Teil „Der Sturz von Hyperion“ hatte ich zu große Bildungslücken in Sachen Religion, Zenagnostik, Literaturgeschichte, griechischem Theater, Informatik, Philosophie und weiß der Herrgott, was noch alles in diesem Buch behandelt wird, um die Handlung in Gänze zu erfassen. Trotzdem ein megageiles Stück Scifi-Historie.

Stuttgarter
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Stuttgarter » Do 31. Jan 2019, 09:56

Insanity hat geschrieben:
Mi 30. Jan 2019, 23:41
Stuttgarter hat geschrieben:
Di 29. Jan 2019, 23:04
Tadaa - Dan Simmons "Hyperiongesänge". Letzteres eine sehr faszinierende Space Opera.
Ich glaube, für das Buch war ich zu blöd. Zumindest beim zweiten Teil „Der Sturz von Hyperion“ hatte ich zu große Bildungslücken in Sachen Religion, Zenagnostik, Literaturgeschichte, griechischem Theater, Informatik, Philosophie und weiß der Herrgott, was noch alles in diesem Buch behandelt wird, um die Handlung in Gänze zu erfassen. Trotzdem ein megageiles Stück Scifi-Historie.
Ich bin noch im ersten Band. Wahrscheinlich blick ich da die Hälfte schon nicht - aber Simmons' Sätze sind großartig.
"Matrix" kann man ja glaub auch genießen, ohne die ganzen Anspielungen zu verstehen. (Aber klar, je mehr man versteht, um so cooler wird es.)

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derFuchsi
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von derFuchsi » Mo 4. Feb 2019, 11:54

Hier zwei (Hör)Buchempfehlungen die ich in letzter Zeit konsumiert habe (Habe mehr Zeit zum hören als zum lesen daher Hörbuch).
Ich bin jetzt kein Jochen der schon tausende verschiedene Bücher gelesen hat von daher sind die Romane für anspruchsvollere Gemüter evtl etwas zu trivial, keine Ahnung aber ich fand beide sehr unterhatsam.

Ich bin viele (Bobiverse 1) von Dennis E. Taylor
und
Die Optimierer von Theresa Hannig

Dann habe ich noch einen Klassiker (denke ich) nachgeholt nämlich Solaris von Stanislaw Lem.
Die Idee dahinter fand ich wirklich gut und hat zum nachdenken und philosophieren angeregt. Das Ganze ist eigentlich auch eher eine Grusel- als eine Sci-Fi Geschichte. Aber ich hatte das Gefühl gerade als es richtig spannend war hatte der Meister keine Lust mehr und hat mit dem Buch aufgehört. Stecker gezogen - Ende. Ich finde da hätte man noch mehr draus machen können oder müssen. Von daher fand ichs dann am Ende eher mäßig toll.

Calafinwe
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Calafinwe » Di 5. Feb 2019, 11:01

Ich les grad von Don Winslow den ersten Teil der "Power of the Dog" Reihe. Es gestaltet sich ziemlich zäh, zumal ich auch das Gefühl hab, dass da das ein oder andere von Mario Puzos "The Godfather" abkopiert wurde. Kann den Winslow wirklich nicht empfehlen und bin froh, wenn ich's endlich hinter mir habe.

:(

Vielleicht fange ich als nächstes mal was aus der Podcast-Reihe an ;-)

Maxileen
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Re: Was lest ihr gerade?

Beitrag von Maxileen » So 10. Feb 2019, 09:27

Ich lese aktuell den Thriller "Amen" von Rudi Jagusch - beziehungsweise habe versucht, ihn zu lesen, denn weiter als bis Seite 51 bin ich nicht gekommen. Schon die Prämisse des Buchs wirkt konstruiert. Ein aus psychischen Gründen beurlaubter Kriminalkommissar begegnet im Kölner Dom zufällig seiner Nemesis, einem Psychopathen, der sich "Nero" nennt und mit einem Bombengürtel sich und den Dom in die Luft jagen will, falls man ihm keine 50 Millionen Euro zahlt (auf dem Klappentext steht allerdings Dollar - aber mit Währungen scheint's das Buch nicht so zu haben, wir kommen noch darauf zurück). Wobei ich mich frage, was hat der für einen Sprengstoff dabei? Atombomben? Selbst 70 direkte Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg konnten dem Dom statisch nicht ernsthaft gefährlich werden, da wird so ein popliger Bombengürtel vermutlich wenig mehr anrichten als ein paar Kirchenbänke zu Zahnstochern zu verarbeiten.

Nun gut, weiter im Text. Rückblende ins Jahr 1988, zu einer jungen Frau namens Ines, bei der es sich um die spätere Frau / Freundin / Geliebte von Nero handelt und die in dieser Rückblende gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist - mit 18 Jahren. Natürlich entdecken das ihre Eltern und ihr Bruder, und dabei fällt dann unter anderem folgender Satz des Bruders: "Ich werde Onkel und das mit fünfzehn? Ist ja geil." Zugegeben, das waren jetzt zwei Sätze, aber es ist natürlich wichtig, dass der Bruder sein Alter erwähnt, falls die Familie das vergessen haben sollte. Der Vater verlangt sofort eine Abtreibung, und die Mutter stimmt mit ein: "Kind, sei doch vernünftig. Was dein Vater vorschlägt, ist die einzige Möglichkeit. Denk an die Leute, das Gerede!" Sehr realistischer Satz der Mutter. Für das Jahr 1958. Aber im Jahr 1988? Ernsthaft? Genauso realistisch geht es mit der Replik der Tochter weiter: "Das Gerede? Das ist es, wovor du Angst hast? Nicht etwa davor, dass es für mich schwierig werden könnte, mit Kind ein Studium zu beginnen? Dass ich überfordert sein könnte? Dass ich vielleicht einfach noch zu jung bin?" Hmm, ich würde ja sagen, dass die junge Frau alles andere als zu jung ist. Im Gegenteil, sie scheint ja den Wikipedia-Artikel "Probleme mit Schwangerschaften in der Jugend" gefressen zu haben. Aber das kann nicht sein, schließlich gab's ja 1988 noch keine Wikipedia, und der Roman vermeidet natürlich genauestens jegliche zeitliche Inkonsistenzen ... Ähem.

Nach diesem Kapitel war ich schon kurz davor, den Roman zu entsorgen bzw. in einem Büchertauschschrank zu deponieren. Ich habe schließlich noch genug andere Bücher auf meinem Pile of Shame. Ein kurzer Blick auf die Jubelreviews bei Amazon hat mich dann aber doch dazu gebracht, noch ein wenig weiter zu lesen. Vielleicht hat das Buch ja doch noch irgendwelche versteckten Qualitäten, die erst auf Seite 50 zutage treten.

Also nächstes Kapitel, schätzungsweise ein Jahr nach dem schockierenden Schwangerschaftstest. Ines hat den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen, haust in einer schäbigen Mietwohnung in Köln und kommt mit dem schreienden Baby nicht klar. Vor Verzweiflung drückt sie dem Kind ein Kissen aufs Gesicht, damit es Ruhe gibt. Im letzten Moment kommt sie zur Besinnung, lässt davon ab und schaut sich in ihrer Wohnung um. "Du bist der Situation nicht gewachsen, bist ja selbst noch ein Kind, meldete sich ihre innere Stimme." Kluge Stimme. Sehr klug. Zu klug. Altklug. "Hier konnte sie nicht bleiben, das war keine angemessene Umgebung, um ein Kind großzuziehen. Sie musste eine Lösung finden. Notfalls würde sie wieder bei ihren Eltern angekrochen kommen und um Hilfe betteln. Hauptsache, ihrer Kleinen würde es gutgehen." Wie subtil. Wie realistisch. Wie ... altklug?

Den Vogel abgeschossen hat dann aber ein kleines Detail im nächsten Absatz. Ines macht sich auf den Weg zum Bahnhof, vermutlich, um wieder zu ihren Eltern zurückzukehren. Dann fällt der kleine, aber bedeutende Satz: "Geld für eine Fahrkarte besaß sie nicht, den letzten Euro hatte sie am Kiosk für einen Becher heißen Kaffee ausgegeben." Moment, Euro? Schnell zurückblättern. Ja, der Schwangerschaftstest war im "Spätsommer 1988". Also entweder hatte Ines die längste Schwangerschaft der Welt (mindestens 13 Jahre und vier Monate) oder der Autor und der Lektor waren einfach Stümp ... äh, fahrlässig. Möglicherweise hätte dieser kleine Schnitzer für sich mich nicht so in Rage gebracht, aber zusammen mit der allzu platten, plakativen und "Mr. Exposition"-mäßigen Schreibweise des Buchs war das dann doch endgültig zu viel.

Aber muss ja nicht sein. Mein Pile of Shame ist groß und vielleicht erfreut sich ja jemand anders an diesem Buch. Schade nur um den armen Baum, der dafür sterben musste ...

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