Star Trek Hilfe

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Peter
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von Peter » Mi 15. Apr 2020, 09:58

falko hat geschrieben:
Mi 15. Apr 2020, 07:39
Gleichzeitig darf man nicht unterschätzen, was für eine außergewöhnliche Figur Uhura im Kontext der Zeit war. Nichelle Nichols wollte ja aussteigen nach der ersten Staffel, aber Martin Luther King hat sie zum Weitermachen überredet, weil sie in dieser Rolle inspiriert.
TOS klammere ich aus, da es aus den 60ern stammt und mit Uhura tatsächlich progressiv war. Über 20 Jahre später hätte man da aber schon ganz andere Dinge erwarten können. In vielen anderen Aspekten war man dann ja auch wieder sehr fortschrittlich, umso unverständlicher erscheint es mir heute, dass man gerade in diesem Punkt so rückständig war. Der "Höhepunkt" war dann Seven of Nine, mit der man wirklich jeden guten Vorsatz, den man zum Start von Voyager noch gehabt haben mag, wieder mit dem Arsch eingerissen hat. Bei Enterprise hat man es dann gar nicht mehr versucht. Dort befinden sich unter den 21 Darstellern mit mindestens fünf Auftritten außer den beiden aus der Stammcrew keine einzige Frau. Man vergleiche das mal mit dem parallel laufenden Battlestar Galactica, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

SunshineBob
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von SunshineBob » Mi 23. Sep 2020, 16:08

Wenn man über Frauenrollen in Star Trek spricht, finde ich es doch seltsam, dass noch niemand Janeway angesprochen hat. Für mich ist sie eine der besten Frauenrollen, die ich kenne. Eine starke Frau, die aber nicht verbissen rüberkommt; die sich durchsetzen kann, ohne "bitchy" zu wirken und die aber trotzdem herzlich sein kann, ohne kitschig zu werden. Meiner Meinung nach der/die beste ST-Captain. Einem Picard hätte die Besatzung im Delta-Quadranten doch irgendwann gemeutert, Janeway konnte aber "die Familie" zusammenhalten (super objektiv meine Meinung ;) )

Klar mit Seven wurde der Ansatz wieder negiert; aber das ändert ja an der Figur Janeway nichts. Und ohne sexy Borg im hautengen Einteiler wäre die Serie wahrscheinlich eingestellt worden. Künstlerisch ein Rückschritt, aber wirtschaftlich anscheinend notwendig..

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falko
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von falko » Do 24. Sep 2020, 07:16

Kate Mulgrew füllt die Rolle großartig aus. Aber um ein Haar wäre es anders gekommen ... https://www.youtube.com/watch?v=8SIZcDWKyw0
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von Pac-man » Mo 19. Okt 2020, 10:01

SunshineBob hat geschrieben:
Mi 23. Sep 2020, 16:08
Wenn man über Frauenrollen in Star Trek spricht, finde ich es doch seltsam, dass noch niemand Janeway angesprochen hat. Für mich ist sie eine der besten Frauenrollen, die ich kenne. Eine starke Frau, die aber nicht verbissen rüberkommt; die sich durchsetzen kann, ohne "bitchy" zu wirken und die aber trotzdem herzlich sein kann, ohne kitschig zu werden. Meiner Meinung nach der/die beste ST-Captain. Einem Picard hätte die Besatzung im Delta-Quadranten doch irgendwann gemeutert, Janeway konnte aber "die Familie" zusammenhalten (super objektiv meine Meinung ;) )
Ich muss gestehen ich fand' Janeway mit fortschreitender Serie sehr inkonsistent geschrieben. Ihre Figur wirkte nicht durchgängig plausibel sondern hat sich immer ein wenig dem gerade benötigten Drehbuch angepasst. Gerade wenn es um die geschlossenen Allianzen mit Feinden wie den Borg ging hat Sie ab und zu ein Auge zugedrückt und dann wieder doch nicht. Ich hätte nie genau sagen können wie Sie auf eine gegebene Situation wohl reagiert, weil sich ihr Fähnchen mit dem Plot gedreht hat.

Auf der anderen Seite kann man dem Charakter Janeway zugute halten, dass Sie wenigstens einen Charakter hatte. Wenn ich da an unbeschriebene Blätter wie Chakotay oder Harry Kim denke, sprüht Janeway geradezu über vor Charaktereigenschaften. Und Kate Mulgrew hat ihr Bestes gegeben mir Janeway zumindest halbwegs sympathisch zu machen.

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falko
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von falko » Mo 19. Okt 2020, 14:35

Ich glaube, so eine Inkonsistenz ist vor allem darauf zurückzuführen, wie damals die Serien geschrieben wurden. Natürlich gab es damals echte Meilenstein-Episoden - oft Doppelfolgen - die einen Charakter prägen, die die Gegebenheiten in der Welt grundlegenden ändern, die Konsequenzen haben. Aber dann gab es auch viele komplett für sich stehende folgen, so nach dem Motto "Alien of the Week". Natürlich von ganz anderen Leuten geschrieben, ohne große Rücksicht auf die einschneidenden Folgen.

Und damals bestand eine Season auch gern noch aus 24 Folgen - da kann das Showrunning noch so gut sein, da gibt es zwangsläufig Inkonsistenzen. Streaming hat da viel verändert mit den kurzen Staffeln, eingedampfen Produktionszyklen und Zuschauerzahlen in Echtzeit.
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Re: Star Trek Hilfe

Beitrag von Pac-man » Di 20. Okt 2020, 06:40

Hm, auf der einen Seite stimmt das zwar, aber auf der anderen Seite weisen Sisko oder Picard keine derart störenden Inkonsistenzen auf (wenn man die Kinofilme mal ausklammert). Und sowohl Next Generation als auch Deep Space Nine sind älter als Voyager bzw. liefen teilweise parallel. Gerade Benjamin Sisko macht in den 7 Staffeln Deep Space Nine tatsächlich so etwas wie eine Charakterentwicklung durch. Wobei Deep Space Nine mit seiner übergreifenden Storyline um den Dominion Krieg natürlich etwas aus dem Rahmen fällt. Dagegen fühlte sich Voyager fast schon wie ein Rückschritt in der Erzählstruktur an.

Letztendlich sind diese Inkonsistenzen in Janeways Charakter natürlich teilweise auf das episodische Format zurückzuführen. Man wollte anscheinend keine schleichende Charakterprogression einführen. Umso auffälliger finde ich daher, dass Janeway über die Serie hinweg in ihrer Entscheidungsfindung so sprunghaft ist. Man hat den Charakter teilweise an die Geschichte angepasst, weil die Geschichte den Charakter gerade so gebraucht hat. Dadurch war Janeway für mich als Figur nie greifbar.

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