Bonusfolge 46: Fairy Tale

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
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falko
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Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Bonusfolge 46: Fairy Tale

Beitrag von falko »

Die Rückkehr des Königs! Wie uns schon der Klappentext verrät, führt der neue Roman von Stephen King uns in eine Parallelwelt. Eine märchenhafte Welt, wie schon der Titel „Fairy Tale“ nahelegt. Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen?

Nun … ohne hier schon zu viel verraten … wir nehmen diesen Roman leider nicht in unsere ewige Bestenliste auf.

Viel Spaß mit der neuen Bonusfolge und danke, dass ihr dabei seid!

Die Folge finden unsere Unterstützer*innen nun im Posteingang, auf der Homepage und in den Bonus-Streams.
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx
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Oliver Naujoks
Beiträge: 107
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Wohnort: Zeven

Re: Bonusfolge 46: Fairy Tale

Beitrag von Oliver Naujoks »

Auf die Besprechung war ich gespannt, weil sie bei meiner Entscheidungsfindung helfen sollte, ob ich den Roman (irgendwann bald) mal lese. Jetzt habt Ihr aber so viele positive und negative Aspekte genannt, dass ich mich immer noch nicht entscheiden kann. Auf die Fantasy-Welt und die Schilderung der Beziehung von diesem Jungen und seinen Vater hätte ich total Lust, das alles in irrsinniger Länge ausgebreitet zu bekommen eher weniger. Hm. Vielleicht mal nebenbei als Hörbuch? Mal sehen. Oder einfach die Verfilmung abwarten. Klingt nach einem Triple-A Budget - könnt Ihr das bestätigen, dass der Film teuer werden müsste?

Positiv zur Kenntnis genommen habe ich als Backer, dass wir sogar noch Bonus-Rezis in Euren Podcasts bekommen. So wie Jochens recht harschen Test der Kombination Bronchitis/Hexenschuss mit sehr niedriger Wertung. Bei so einer negativen Bewertung fehlte mir etwas die Ausgewogenheit, früher schriebt er bei sowas dann immer:" Fans spielen Probe". :lol: :lol: Nein, mal im Ernst. Ich hoffe und wünsche Jochen, dass er da jetzt rückstandsfrei durch ist und dass das nicht so bald wieder kommt.
Liest: "Dämmerung", Michael Kleeberg // "Blue Giant Supreme 1-11", Shinichi Ishizuka
Spielt: Robocop: Rogue City, Alan Wake, Ape Out (mal wieder, großartig!), Cyberpunk 2077: Phantom Liberty
Andreas Freund
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Registriert: Do 13. Okt 2022, 07:52

Re: Bonusfolge 46: Fairy Tale

Beitrag von Andreas Freund »

Eine sehr schöne Besprechung, bei der ich sehr gut Falkos Leserelebnis nachvollziehen konnte. Der erste Teil in der Realwelt hat mich sehr gut unterhalten und mich bei der Stange gehalten, auch wenn er zugegebenermaßen etwas kürzer hätte sein können. Der Anfang in der Parallelwelt war auch noch ganz in Ordnung, aber mit fortschreitender Handlung habe ich mehr und mehr quergelesen. Die Figuren haben mich nicht gepackt und ihr Schicksal war mir am Ende egal. Zum Schluß habe ich die letzten Seiten nur noch überflogen und das Buch etwas frustiert zur Seite gelegt.
Bernhard Stäber
Beiträge: 3
Registriert: Di 11. Mai 2021, 06:08

Re: Bonusfolge 46: Fairy Tale

Beitrag von Bernhard Stäber »

Ha, dank Falkos Google-Suche schloss sich bei mir ein Kreis - ich dachte irgendwann ab der Hälfte des Romans: wow, Uncle Stevie goes fully Robert E. Howard, nur um im Podcast zu hören, dass eine der Widmungen am Anfang sich auf ihn bezog. Mir hat Fairy Tale ziemlich gut gefallen, ich muss aber auch dazu sagen, dass ich das englische Audiobuch gehört habe, bei dem Seth Numrich als Sprecher wieder mal alle Register zieht und King selbst sogar einen herrlich knarzigen Cameo-Auftritt hat, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als in alten Western von Howard Hawks mitzuspielen. Ich finde es schwierig, bei wirklich guten Audiobüchern das Verdienst der Sprecher von dem der AutorInnen zu trennen, darum halte ich mich bei Büchern, die ich nicht gelesen, sondern "nur" gehört habe, mit Kritik lieber zurück. Zu Jochens Vorwurf, Fairy Tale sei eigentlich kein Märchen, sondern Dark Fantasy, muss ich jetzt aber doch etwas loswerden: Natürlich ist Fairy Tale ein waschechtes Märchen, gerade auch wegen der Anteile, die Jochen immer wieder als "nitty gritty" bezeichnet. Als eine der ältesten Formen von Geschichten drehen sich Märchen grundsätzlich immer um essentielle Dinge, mit denen Menschen konfrontiert werden und bei denen es ans Eingemachte geht: Angst, Hunger, Gier, Verstümmelung, Gewalt, Einsamkeit, Krankheit, Tod - und natürlich Liebe, oft als erlösendes Element. Diese Elemente sind das Grundgestein, auf denen spätere Genres wie Fantasy und Horror ihre viel komplexeren Gebäude bauen. Der Unterschied zu ihnen ist unter anderem, dass das Märchen als moralische Geschichte fast immer mit einem guten Ende aufwartet. Für mich als jemand, der Märchen wie auch Fantasy sehr schätzt, war das Märchenhafte von Fairy Tale bis zu seinem guten Ende immer stark zu erkennen, und ich hätte es nicht als Fantasy eingeordnet.
Ironic Maiden
Beiträge: 153
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Bonusfolge 46: Fairy Tale

Beitrag von Ironic Maiden »

Ich habe den Podcast noch nicht gehört, weil ich erst das Buch lesen wollte. Hm, ja, also das Buch habe ich gerade wutentbrannt in die Ecke geschmissen und werde es auch nicht weiterlesen, obwohl ich es bis zu diesem Punkt ganz ok fand. Aber dann kam ich an diese Stelle, auf S.291-292, auf der Charlie erklärt, warum er nichts mit einem Mädchen, mit dem er befreundet war, angefangen hat (keine Angst, das ist kein Spoiler):

"I said she didn't interest me in that way. [...]It was true that Jenny didn't have what the Bird Man would have called 'the kind of bod you want to explore.'At eleven or twelve, most girls are showing the first faint curves, but Jenny was as flat as a board in front and straight all the way down. She had a rawboned face, mousy brown hair that was always in a tangle, and a storky way of walking. The other girls made fun of her, of course. She was never going to be a cheerleader or Homecoming Queen or star in a class play[...]"

Ich paraphrasiere hier mal:
"Hey, Charlie, warum kannst du dich nicht in Jenny verlieben, ihr habt doch so viel gemeinsam und so?"
"Ja, schon, aber sie sieht halt nicht scharf aus."
"Alles klar, ganz normal, dass so ein cooler Typ wie du, der alles kann, eine Freundin braucht, die so ne richtige Trophäe ist. Hast du schon jemandem im Auge?"
"Hm, es gibt da diese Prinzessin, die sieht super gut aus. Sie kann zwar nicht reden, aber das ist ja nicht so wichtig. Aber die hat T..."

Mir ist ja klar, dass man nicht alles, was ein Protagonist in einem Buch denkt und tut, gut finden muss. Aber gerade Charlie ist eine Figur, die uns konstant als bemüht, alles richtig zu machen und ein guter Mensch zu sein, vorgestellt wird. Und implizit wird in der ganzen Passage angenommen, dass wir als Leser*innen Charlies Kommentar über Jenny völlig nachvollziehbar finden. Ne, finde ich nicht.
Und das von dem Autor, der von uns verlangt, seitenweise Mitleid mit dem dicken Jungen in "Es" zu haben, weil er hinter Beverly her ist.
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