Folge 29: Wir gegen euch

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
Antworten
Benutzeravatar
falko
Beiträge: 111
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von falko » Mo 23. Sep 2019, 19:58

Irgendwann werden wir behaupten, diesen Sommer haben die Fortsetzungen in den Buchpodcast Einzug gehalten, aber das ist eine Lüge, denn jedes Buch ist irgendwie eine Fortsetzung einer früheren Geschichte. Wir sind ein kleiner Podcast in den Wäldern. Wir haben nicht einmal eine Eishalle, aber Mikrofone. Wobei man hier zu sagen pflegt: Was zum Teufel braucht man noch mehr?

So oder ähnlich würde wohl Frederik Backman eine neue Folge ankündigen.

Wenige Bücher haben uns im Laufe des ersten Podcast-Jahres so begeistert wie „Kleine Stadt der großen Träume“ von Frederik Backman, das wir in Folge 15 besprochen haben. „Wir gegen euch“ macht genau da weiter, wo der erste Band aufgehört hat, also tun wir das auch und nehmen uns die Fortsetzung direkt nach Erscheinen zur Brust. Hat sich die Rückkehr nach Björnstadt gelohnt?

Viel Spaß mit der neuen Folge!

Folge 29: Wir gegen euch
"Getting older is no problem. You just have to live long enough." - Groucho Marx

Benutzeravatar
Oliver Naujoks
Beiträge: 14
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 13:43
Wohnort: Zeven

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von Oliver Naujoks » Di 24. Sep 2019, 10:37

Danke für mal wieder eine tolle Folge! Ich habe den Roman schon gelesen, stimme Euch in sehr vielem zu und habe deshalb nur einige kleine Anmerkungen:

- Am Anfang erwähnt ihr, dass, wenn irgendwann mal Frauen im Deutschen Männerfußball... hatten wir doch schon! Es machte letzte Saison viele Schlagzeilen, dass erstmals eine Frau immerhin einen Fünftligisten trainierte, den BV Cloppenburg. Die Geschichte ging aber leider nicht gerade gut aus, die Dame ging vorzeitig und konnte den Abstieg der Mannschaft nicht verhindern (was allerdings weniger ihre Schuld gewesen sein soll). Und dann machte letzte Saison ebenfalls einige Schlagzeilen, dass ein von einer weiblichen Präsidentin wohl mit sehr viel Engagement und Herzblut geführter österreichischer Verein in die erste Bundesliga aufstieg. Die haben sich jetzt einen neuen Namen gegeben und können sich in dieser Saison als WSG Tirol immerhin im Mittelfeld noch behaupten.

- Diesen Politiker habe ich ganz anders wahr genommen als Ihr, Jochens Analogie zu den netten Herren in Blond Johnson und Trump würde ich weit von mir weisen. Der Politiker im Roman ist der klassische Hintergrund-Strippenzieher und nicht so ein tölpelhafter Bollerkopp wie die beiden Herren im wilden Blond.

- Einige wichtige Tatsache habt ihr unterschlagen, finde ich, nämlich das in diesem zweiten Band viel deutlicher wird, dass das Eishockey nur eine Kulisse, Folie oder Bande für den Autor ist, derer er sich bedient. Eishockey spielt in diesem Band eine viel geringere Rolle als im Vorgänger und man merkt viel deutlicher, dass der Autor zwar Sport mag, aber definitiv gerade KEIN Eishockey-Fan ist, und deshalb (im Nachwort) ja auch offen zugibt, dass er da viel Hilfe braucht.

- Schön fand ich Eure Bemerkungen zur Fankultur, Ultras, etc. denn tatsächlich kann man das natürlich direkt auch auf Deutschland und den Fußball übertragen. Ich saß gerade am Sonntag neben einer Stehtribüne in einer DEL-Eisarena und musste bei den vielen Schlachtengesängen natürlich gleich an den Roman denken. :-)

- Mir ging es ganz genau so wie Euch, dass ich an sehr vielen Stellen angerührt, berührt, berückt und beglückt war. Ich habe selten bei einem Roman so häufig meine feuchten Augen wieder trocken wischen müssen, gefühlt sogar mehr als im ersten Band. Ja, ihr habt ja völlig recht, der Autor übertreibt es vong 1 Kitschfaktor her diesmal etwas, aber ihr kennt doch den Spruch: Kann man unter Niveau weinen? Die Frage kann man so und so beantworten. Ich sage nein und meine damit: Ich kann das einem Autor keinesfalls verübeln und bin ihm eher dankbar dafür. Dankbar dafür, dass ich durchaus merke, was er da (mit uns Lesern) macht - aber er erwischt mich trotzdem. Kalt gelassen werde ich von Texten häufig genug.

- Meine Lieblingsfigur ist übrigens Frau Zackell, die ihr so emotionslos fandet. Ja, Benji ist eine tolle Figur, ich kam aber nie richtig an ihn ran, weil mir manchmal sein selbstzerstörerisches "Ich gehe jetzt lieber in den Wald und lege mich da eine Nacht hin" auf den Geist ging.

Euer Fazit teile ich: Backman? Cooler Autor - aber es herrscht etwas Skepsis, die Cohelo-Gefahr sehe ich definitiv auch. Und auch wenn ich jetzt erstmal satt bin, würde ich einen dritten Roman aus dieser Stadt NATÜRLICH lesen.

Und bin schon sehr gespannt auf die TV-Serie.

In diesem Sinne: Klack Klack Klack Klack Klack!
Spielt: NHL 20
Liest: Perry Rhodan - Das Große Abenteuer, A. Eschbach
Zul. im Kino gesehen: QTs Once Upon A Time in Hollywood

Ironic Maiden
Beiträge: 35
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von Ironic Maiden » Di 24. Sep 2019, 13:33

Danke für die Folge, da ich gestern nicht einschlafen konnte, bin ich mit dem Hören schon durch. Ich bin sehr froh, dass ich mit meiner nicht so großen Begeisterung über das Buch nicht allein dastehe.

Besonders die Figur Richard Theo fand ich extrem unüberzeugend. Ich glaube, Backman wollte jemanden wie Johnson oder vielleicht auch jemanden aus einer schwedischen populistischen Partei darstellen, aber mich hat dieser Kerl massiv an Mephisto aus "Faust" erinnert, und in meinem Kopf sah er dann aus wie Gustav Gründgens im Bühnenmakeup. Wie Mephisto zieht Theo die Strippen, aber wo genau er eigentlich hinwill, wurde mir nie ganz deutlich. Wenn er tatsächlich einzig den politischen Aufstieg will, wäre eine der etablierten Parteien für ihn doch erheblich günstiger gewesen, schließlich gelingt es ihm ja immer, die anderen Politiker auszuspielen. Keiner der anderen Politiker, die im Roman noch nichtmal Namen haben, kann ihm das Wasser reichen, er kann sie manipulieren wie er will. Da ist es für mich einfach nicht glaubwürdig, dass er sich irgendeine Winzpartei aussucht, um Karriere zu machen. Auch Trump und Johnson sind schließlich in (ehemaligen) Volksparteien aufgestiegen, und viele der Politiker aus der AFD haben in der CDU angefangen. Nein, Theo erscheint mir eher wie jemand, der lediglich Spaß an der Manipulation hat - "der stets das Böse will, und stets das Gute schafft" - aber er hat keine politische Position, keine wirklichen Ziele - aber auch keine Aussicht, jemals in die höchsten Ränge aufzusteigen. In dieser Hinsicht fand ich das Buch enttäuschend und naiv.

Zackell hat mir grundsätzlich als Person gut gefallen. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, wie es in der deutschen Fassung ist weiß ich nicht, aber auf Englisch wird sie zunächst nur als "Zackell" oder als "a stranger" eingeführt, und es dauert mehrere Kapitel, bis deutlich wird, dass diese Person eine Frau ist. Erst als Theo sie Andersson vorstellt, erfährt man ihren Vornamen und damit ihr Geschlecht. Das hat mich als kleiner Twist wirklich gefreut, da es widerspiegelt, wie Zackell sich selbst sieht und wie sie wahrgenommen werden möchte, und man ist dann als Leser genauso überrascht wie Andersson, dass der neue Coach weiblich ist. Ob sie lesbisch ist war mir als Frage eigentlich egal, ich habe sie als asexuelle Person eingeordnet, die halt keine anderen Interessen als Hockey hat.
Allerdings fand ich es problematisch, dass ihre Position, Sport als grundlegend unpolitisch zu betrachten, nie hinterfragt wird. Im ganzen Buch, wie auch schon im Vorgänger, geht es doch darum, dass Hockey in Beartown ein ideologisches Schlachtfeld und ein Brennglas für die divergierenden Ansichten und Absichten der ganzen Gemeinde ist, und dass es zwar schön wäre, wenn der Sport "rein" wäre, dies aber nicht so ist. Und dann kommt Zackell angestapft, kümmert sich einen Dreck um jegliche Anfeindung - was ich als Konzept auch schwierig finde, da ich einfach nicht glauben kann, dass man jahrzehntelange Beleidigungen wirklich so wegsteckt - , macht einfach nur ihren Job und stellt ratzfatz eine Supermannschaft zusammen. Im Kontext der Handlung funktioniert das irgendwie, aber für mich widersprach sich der Text da in Teilen selbst.

Ein Aspekt, der mich schon im ersten Buch gestört hat, wurde hier auch leider auf 11 gedreht, und das ist, dass jeder einzelne verdammte Absatz mit irgendeiner Lebensweisheit oder einem griffigen Epigramm enden muss. Im ersten Teil war das in meiner Erinnerung noch erträglich, da diese Sprüche meist vom Erzähler geäußert wurden, aber hier reden einige Leute selbst in normalen Gesprächen wie deprimierende Poesiealben. Besonders bei der Wirtin Ramona fand ich das stellenweise eher lächerlich. Ich kann sie akzeptieren als lebenskluge, bauernschlaue "Mutter der Kompanie", die ihr Millieu und ihren Sport kennt und ihre "Jungs" und ihre Kneipe liebt und verteidigt. Dass sie aber bei jeder Gelegenheit - und sei es nach dem zweiten Frühstücksbier im Gespräch mit jemandem, der gerade in einer Lebenssituation ist, die ihr völlig fremd ist - tiefschürfende Weisheiten über die Natur des Menschen von sich geben kann - nein. Das ist für mich Kitsch und Klischee.

Zudem fand ich einige Person unüberzeugend und überflüssig. Was genau die Rolle von Leo Andersson sein sollte, ist mir unklar. Bobo changiert zwischen jemandem, der an der unteren Grenze der Normalintelligenz arbeitet, und einem begabten Anführer hin und her, je nachdem was der Plot gerade brauchte. Im Ort wimmelt es nur so von Ausnahmetalenten. Benji verbringt mehr Zeit mit Kiffen und Saufen und kommt selten zum Training, spielt aber trotzdem begnadet, Vidar hat monatelang lediglich im Keller des Jugendknastes trainiert, ist aber trotzdem der beste Torhüter in Beartown, Ana ist intuitiv im Kampfsport besser als Maya, die schon lange trainiert, Zach spielt nicht nur viel, nein, er ist auch ein Weltklasse-E-Sportler, usw. Im ersten Band wurde noch sehr stark herausgearbeitet, wie viel Kraft es kostet, in irgendetwas brilliant zu werden, hier sind einfach schonmal alle von sich aus toll.

Ich könnte noch viele andere Punkte nennen, die mich beim Lesen gestört haben, aber irgendwann muss auch Schluss sein mit dem Gekrittel. Einen dritten Band möchte ich auf keinen Fall haben, außer mir wird von mehreren Seiten bestätigt, dass es nicht weiter abwärts geht.

Einen positiven Punkt möchte ich aber noch erwähnen, und das ist, wie die Rolle der "Truppe" (im Englischen "the pack") im Ort geschildert wird. Mich hat das sehr an Berichte über Gruppen von Neonazis im ländlichen Raum erinnert, die in der Bevölkerung als "ein bischen extrem aber eigentlich ganz ordentliche Jungs" wahrgenommen werden. Auch hier will sich zwar keiner mit den Leuten anlegen, aber sie werden als Teil des Ortes betrachtet und sie bringen sich auch tatsächlich teilweise positiv in die Gemeinschaft ein. Diese Beschreibungen fand ich schön und vielschichtig, umso trauriger ist es, dass der Roman so viele andere Schwächen hat.

Benutzeravatar
fiorell
Beiträge: 17
Registriert: Di 4. Dez 2018, 09:52
Wohnort: Dortmund

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von fiorell » Di 24. Sep 2019, 14:05

Tolle Folge :) Insgesamt stimme ich euch zu - ich fand den zweiten Teil etwas schlechter als den ersten, verzeihe aber alle Schwächen gerne und lese jederzeit ASAP einen Nachfolger, falls einer kommt.
Ironic Maiden hat geschrieben:
Di 24. Sep 2019, 13:33
Allerdings fand ich es problematisch, dass ihre Position, Sport als grundlegend unpolitisch zu betrachten, nie hinterfragt wird. Im ganzen Buch, wie auch schon im Vorgänger, geht es doch darum, dass Hockey in Beartown ein ideologisches Schlachtfeld und ein Brennglas für die divergierenden Ansichten und Absichten der ganzen Gemeinde ist, und dass es zwar schön wäre, wenn der Sport "rein" wäre, dies aber nicht so ist. Und dann kommt Zackell angestapft, kümmert sich einen Dreck um jegliche Anfeindung - was ich als Konzept auch schwierig finde, da ich einfach nicht glauben kann, dass man jahrzehntelange Beleidigungen wirklich so wegsteckt - , macht einfach nur ihren Job und stellt ratzfatz eine Supermannschaft zusammen. Im Kontext der Handlung funktioniert das irgendwie, aber für mich widersprach sich der Text da in Teilen selbst.
Hm. Ja, das kann ich nachvollziehen - allerdings habe ich beim Lesen den Eindruck gehabt, dass hier einfach die "Innensicht" von Zackell fehlt. Denn vielleicht sieht ihre Gefühlswelt ganz anders aus, als sie es nach außen zeigt? Ich bin versucht, ihre maximale Effizienz und ihre Einstellung als Abwehrreaktion zu sehen, als Schutzschild vor diesen Anfeindungen. Zumindest kenne ich einige Leute, die auf diese Art und Weise mit Anfeindungen und Mobbing im Job umgehen - sie ignorieren sie und stürzen sich in ihre Arbeit. Nach außen wirkt das dann unnahbar und tough, innen kann das aber ganz anders sein.

Gleichzeitig weiß ich, dass es einige Leute gibt, die sich wünschen oder sogar behaupten, Sport sei unpolitisch - was ich als gewagt empfinde. Es geht zwar, wie du ja schreibst, darum, dass Hockey hier ideologisch und politisch aufgeladen ist... Aber an dieser Stelle haben wir es ja auch mit einer Figur zu tun, deren Beziehung zu "Björnstadt Eishockey" zu 0% aus "Björnstadt", dafür zu 100% aus "Eishockey" besteht, da sie ja nicht aus Björnstadt kommt, keinen Bezug zur Björnstadt-Hed Rivalität und stattdessen einfach Bock auf Eishockey hat. Von daher finde ich es überhaupt nicht problematisch, dass ihre Position nicht hinterfragt wird - ich finde es im Gegenteil sogar passend.
Bin schwarz, aus Holz und stets verschlossen
Seitdem mit Stein sie mich beschossen
In mir ruh'n tausend trübe Linsen
Seitdem mein Haupt ging in die Binsen
Dagegen helfen keine Pillen:
Ich bin ein Schrank voll ungeputzter Brillen
-Walter Moers

Ironic Maiden
Beiträge: 35
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von Ironic Maiden » Di 24. Sep 2019, 15:35

fiorell hat geschrieben:
Di 24. Sep 2019, 14:05
Ironic Maiden hat geschrieben:
Di 24. Sep 2019, 13:33
Allerdings fand ich es problematisch, dass ihre Position, Sport als grundlegend unpolitisch zu betrachten, nie hinterfragt wird. Im ganzen Buch, wie auch schon im Vorgänger, geht es doch darum, dass Hockey in Beartown ein ideologisches Schlachtfeld und ein Brennglas für die divergierenden Ansichten und Absichten der ganzen Gemeinde ist, und dass es zwar schön wäre, wenn der Sport "rein" wäre, dies aber nicht so ist. Und dann kommt Zackell angestapft, kümmert sich einen Dreck um jegliche Anfeindung - was ich als Konzept auch schwierig finde, da ich einfach nicht glauben kann, dass man jahrzehntelange Beleidigungen wirklich so wegsteckt - , macht einfach nur ihren Job und stellt ratzfatz eine Supermannschaft zusammen. Im Kontext der Handlung funktioniert das irgendwie, aber für mich widersprach sich der Text da in Teilen selbst.
Hm. Ja, das kann ich nachvollziehen - allerdings habe ich beim Lesen den Eindruck gehabt, dass hier einfach die "Innensicht" von Zackell fehlt. Denn vielleicht sieht ihre Gefühlswelt ganz anders aus, als sie es nach außen zeigt? Ich bin versucht, ihre maximale Effizienz und ihre Einstellung als Abwehrreaktion zu sehen, als Schutzschild vor diesen Anfeindungen.
Klar, das kann natürlich sein. Ich glaube das aber eher nicht, da wir ansonsten von allen beteiligten Personen die Innensicht mitbekommen. (Teilweise erheblich mehr als mir lieb ist...) Insofern denke ich, dass ihre Gefühlswelt einfach nicht da ist - der unglaubwürdige Mangel an Emotionen wurde ja auch im Podcast angesprochen - und sie einfach nicht weiter denkt als bis zur Außenmauer der Eissporthalle. Es wird zwar erwähnt, dass sie zunächst vor allem ihrem Vater zuliebe Eishockey gespielt hat, aber das ist alles, was wir an "psychologischer" Motivation bekommen.

Und ja, sie hat keinen Bezug zur Rivalität zwischen den beiden Städten. Aber sie weiß sehr genau, dass es im Sport immer Gewinner und Verlierer gibt, und die Folgen davon interessieren sie kein Stück. Diese Folgen sind aber ein zentrales Thema der beiden Romane und daher finde ich es schwach, dass diese Haltung bei ihr derartige unkommentiert stehen bleibt, bzw. keinerlei konkrete Auswirkung hat. Im ersten Band wurde Davids identische Einstellung durchaus noch problematisiert.

Benutzeravatar
derFuchsi
Beiträge: 18
Registriert: Di 29. Jan 2019, 15:53

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von derFuchsi » Do 26. Sep 2019, 06:44

Obwohl nicht gelesen musste ich bei den Schilderungen warum das Buch etwas zu kitschig ist schmunzeln. Das Beispiel mit dem aufstrebenden Eishockeystar aus der "Senke" der mangels Mannschaft plötzlich von seinen Kumpels trainiert wird klang wirklich ein wenig zu dick aufgetragen.
Und dann stellte ich mir eine Verfilmung des Stoffes vor... und ob es so im Buch gestanden hätte oder nicht, ich bin mir sicher diese Szene wäre genau so in der Verfilmung vorgekommen. :D

Benutzeravatar
falko
Beiträge: 111
Registriert: Do 1. Nov 2018, 12:30

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von falko » Do 26. Sep 2019, 06:48

Streng genommen ist die Szene schon verfilmt. :D
"Getting older is no problem. You just have to live long enough." - Groucho Marx

Benutzeravatar
Oliver Naujoks
Beiträge: 14
Registriert: Mi 9. Jan 2019, 13:43
Wohnort: Zeven

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von Oliver Naujoks » Do 26. Sep 2019, 07:39

falko hat geschrieben:
Do 26. Sep 2019, 06:48
Streng genommen ist die Szene schon verfilmt. :D
Ich würde um einiges Geld wetten, dass Backman auch an diese Szene gedacht hat, als er sie schrieb.

@derFuchsi: Wir werden die Szene doch möglicherweise sehr wohl verfilmt sehen! Wenn die Verfilmung von "Kleine Stadt der großen Träume" auf HBO Europe (bei uns wohl Netflix) nächstes Jahr ganz gut läuft, dann werden die sicher auch "Wir gegen Euch" als 2. Staffel angehen.
Spielt: NHL 20
Liest: Perry Rhodan - Das Große Abenteuer, A. Eschbach
Zul. im Kino gesehen: QTs Once Upon A Time in Hollywood

timcbaoth
Beiträge: 9
Registriert: Di 24. Sep 2019, 08:44

Re: Folge 29: Wir gegen euch

Beitrag von timcbaoth » Mo 7. Okt 2019, 20:19

Mich hat der Roman ausreichend unterhalten. Leider habe ich mir, vom ersten Teil ausgehend, mehr erhofft, denn wem viel gegeben wird, von dem wird viel erwartet (ja, ich meine Backman, dem viel Talent zu schreiben gegeben wurde) :D

Die ständigen Sinnsprüche waren schon in der kleinen Stadt der grossen Träume hart an der Grenze. Hier machen sie gefühlt jeden zweiten Satz aus. Und langsam reicht es auch damit, dass irgendjemand verächtlich schnaubte...

Insbesondere am Schluss hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nirgends hin geht. Alles löst sich irgendwie in Wohlgefallen auf und die Pläne der Leute verlieren sich (ohne zu zerplatzen wohlgemerkt). Der Spannungsbogen hängt wie ein schlaffer Gummiring herab. Schade, aber auf eine Fortsetzung wäre ich gespannt.

Antworten