Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Hier wird über die aktuelle Folge diskutiert. Und über alle anderen natürlich auch.
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falko
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Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von falko » Mo 6. Jan 2020, 19:19

Der Titel dieser Folge beschreibt zufälligerweise genau den Nachweihnachtszustand, aber wir haben die Bücher dieser Sammelfolge wirklich nicht dahingehend ausgesucht!

Während Jochen zwischen den Jahren fleißig weitergelesen hat, hat Falko primär seine Bibliothek umgezogen und Bücher aussortiert.

Von Jochen gibt es ein Update zur Buchreihe von John Scalzi, einen Eindruck zum neuesten Krimi von Harlan Coben und eine Antwort auf die Frage, ob das Duo Preston/Child noch lesenswert ist.

Falko hat einen politischen Thriller der Autorin Juli Zeh gelesen und über ein Sachbuch zum Untergang der Computerfirma Commodore gestöhnt (nicht wegen des Buches, sondern wegen des Commodore-Managements).

Viel Spaß mit der neuen Folge und ein gutes 2020!

Timecodes und Kapitelmarken:
04:10 – Krieg der Klone- Reihe
10:49 – Leere Herzen
28:43 – Suche mich nicht
43:35 – Dean Koontz
49:49 – Commodore – The Final Years
59:36 – Old Bones
1:17:06 – Tausend Zeilen Lüge

Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Nimlod
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von Nimlod » Di 7. Jan 2020, 12:38

Ich möchte nur allgemein mal wieder zum Ausdruck bringen, wie toll euer Podcast ist. Nach der längeren Pause ist mir das umso mehr aufgefallen. Er ist mittlerweile meine Liebling unter all den Sachen, die ich höre.

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falko
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von falko » Di 7. Jan 2020, 13:24

Danke sehr. Wir freuen uns, wieder da zu sein. :)
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Oliver Naujoks
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von Oliver Naujoks » Mi 8. Jan 2020, 14:17

Während ich Eure McCarthy-Folge noch vor mir her schiebe (warum eigentlich? die Verfilmung von "No Country for old men" - wie endgeil war die denn bitte?) habe ich diese Folge gleich gehört und sehr genossen.

Manchmal höre ich Eure Kurzvorstellungen fast noch lieber als wenn Ihr Euch mit einem Buch pro Episode befasst.

Bei Dean Koontz bin ich absolut bei Jochen, das changiert bei ihm wirklich (also bei Koontz jetzt, nicht bei Jochen) zwischen Meisterwerk und Gülle. Ich kann ihn heutzutage aber auch kaum noch lesen (wieder Koontz, nicht Jochen gemeint), schon sein Schreibstil geht mir auf den Wecker.
Er ist aber in der Tat für mehrere frühere Großtaten verantwortlich, darunter PHANTOMS (von Jochen schon genannt), aber auch und vor allem LIGHTNING/Schutzengel (Zeitreise gegen Nazis, viel mehr weiß ich nicht mehr) und WATCHERS/Brandzeichen (Genmutation schiebt Welle und bedroht Hund, viel mehr weiß ich nicht mehr), zwei meiner Lektürehighlights der 1980er. Witzig finde ich, dass Koontz immer ein wenig unter dem Radar fliegt, obwohl er ähnlich viel oder mehr verkauft haben soll als Stephen King. Wurden zumindest in den 80ern/90ern beide manchmal auf Augenhöhe genannt, ist Koontz heute doch eher Auslegeware, während King berühmter denn je ist und seine Verfilmungen teilweise so viel einspielen wie Marvel-Blockbuster.

Euren Vergleich zwischen Crichton und Preston/Child kann ich nachvollziehen, hier gehört IMHO aber noch der Hinweis hin, auch wenn Ihr Euch in der Richtung äußert, dass Preston/Child mindestens zwei, eher mehr Ligen unter Crichton spielen. Nicht ganz stehen lassen kann ich, dass sich Jochen so negativ über Lincoln Childs Solo-Romane geäußert hat. Hier ein Test: Steuert mal die Klappentexte seiner beiden Solo-Frühwerke "Utopia" und "Death Match" an. Na? Also, wenn DAS nicht interessant klingt, dann weiß ich es nicht. Beide Romane sind auch mit Abstrichen durchaus nett lesbar. Während ich z.B. Douglas Prestons "Tyrannosaur Canyon" furchtbar stumpf und schlecht fand, trotz des netten Themas.
Seid Ihr bei Lincoln Child auch immer versucht, Lee Child so schreiben? Ich liebe ja solche Verästelungen.. wusstet Ihr z.B. dass Lee Child einen Bruder hat, der unter dem bürgerlichen Namen der beiden Brüder (Andrew Grant) zweit- bis drittklassige (häufig) britische Agenten-Actionthriller schreibt? Und dass dieser eine Frau hat, Tasha Alexander, die ebenfalls schreibt, eine ganze Reihe an Historien-Krimis? Ok, ich höre ja schon auf.

Und werfe nur noch ein Frohes Neues Jahr in die Runde.
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Ironic Maiden
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von Ironic Maiden » Mi 8. Jan 2020, 16:16

Danke für die Folge. Besonders interessant fand ich den Teil über "Leere Herzen". Ich mochte "Unterleuten" von Juli Zeh sehr gerne. "Spieltrieb" habe ich vor einigen Jahren mal gelesen, weil mir mehrfach Leute gesagt haben, dass ich sie an die Protagonistin erinnere (war vermutlich kein Kompliment), und ich habe es als manchmal etwas schlaumeierisch und anstrengend, aber dennoch lohnend in Erinnerung. Dementsprechend enttäuscht war ich dann von "Corpus Delicti", das ich entsetzlich platt und vorhersagbar fand. Und Falkos Aussagen über "Leere Herzen" entsprachen ziemlich genau dem, was ich an "Corpus Delicti" schon doof fand, also werde ich mir das sparen. Irgendwie schade, dass eine Autorin, die so clevere Dinge über die Gegenwart und die Befindlichkeiten der Menschen sagen kann, ausgerechnet Romane in der nahen Zukunft schreibt. Ihre Gegenwartsbeschreibungen sind meiner Meinung nach treffend und vielschichtig, aber wenn sie diese auf eine dystopische Weise zuspitzt werden sie für mich irgendwie albern. Und wenn ich einen albernen Roman lesen will, nehme ich dann doch lieber direkt einen von Lincoln/Child. Auch wenn da eigentlich alle seit "Still Life with Crows" immer schlechter wurden.

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falko
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von falko » Mi 8. Jan 2020, 16:56

Ich habe auf meinem Kindle noch "Nullzeit" von Juli Zeh entdeckt. Das war wohl mal bei Prime Reading dabei, ich habe es geliehen ... aber bisher noch nicht aufgeschlagen. Dann aber bald. :)
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SunshineBob
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von SunshineBob » Mi 8. Jan 2020, 21:10

Schön, dass es 2020 weiter geht! Mir hat die Folge nicht schlecht gefallen, aber ich kann aus den Sammelfolgen immer nicht so viel mitnehmen, wie aus einer "richtigen" Besprechung. Ich hab dieses Mal aber zwischendurch auch leider nicht immer gut aufgepasst (wie das beim Nebenbeihören nun mal manchmal so ist ;) )
Bei eurer Besprechung von "Leere Herzen" musste ich unweigerlich an "Qualityland" von Marc-Uwe Kling denken. Das wurde euch ja bereits vor längerer Zeit im Vorschläge-Thread vorgeschlagen...habt ihr das schon mal gelesen? Wenn nicht, habt ihr es noch vor? Ich fänd dazu eine Besprechung sehr interessant, auch wenn ich vermute, dass es (wie auch die Känguru-Werke von Kling) Jochen zu anspruchslos ist.

tdiver
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von tdiver » Do 9. Jan 2020, 09:52

Unterleuten fand ich auch sehr gut, bis auf das Ende, welches ich als sehr gehetzt empfand.

Interessant in euerem podcast war für mich, ihr lest immer wieder Bücher von Autoren, die auch im zwanzigsten Buch bei ihrem Schema F bleiben. Das habe ich inzwischen gelassen. Besonders bei Grisham und Follett ist mir das aufgefallen. Der immer wieder gleiche Ablauf macht mir keinen Spaß mehr.
Die ersten jeweils 10 Bücher habe ich verschlungen. Zuletzt war ich regelrecht gelangweilt.

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falko
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von falko » Do 9. Jan 2020, 10:12

tdiver hat geschrieben:
Do 9. Jan 2020, 09:52
Interessant in euerem podcast war für mich, ihr lest immer wieder Bücher von Autoren, die auch im zwanzigsten Buch bei ihrem Schema F bleiben.
Für mich sind solche Bücher meistens eine willkommene Zwischenmahlzeit. Ich steige gern in Titel ein, die mich mit einer außergewöhnlichen Idee anlocken, auf die ich mich erst einlassen muss (die nächste Folge über N.K. Jemisin scheint mir so ein Fall zu sein :D ). Dann wieder (oder parallel) ein Buch zu lesen, dessen VORTEIL ist, dass man exakt bekommt, was man will ... auch gut.

Ich vermisse vor allem eine regelmäßige Rückkehr in die Scheibenwelt. Für mich immer noch das herausragende Beispiel, wie man eine Welt und eine Serie aufbauen kann, aber in der immer wieder neue Aspekte, neue Ideen realisiert werden, sodass man als Leser nie wirklich weiß was einen erwartet, außer diese vertraute Erzählstimme. Einerseits schade, dass nicht andere Leute die Scheibenwelt fortführend, andererseits gut so, denn man sieht an vielen anderen Reihen, dass das nicht sein muss.
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Shenmi
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Re: Folge 35: Verschwundene Töchter, leere Herzen und alte Knochen

Beitrag von Shenmi » Do 9. Jan 2020, 13:31

Hallo zusammen, ich wünsche ein frohes neues Jahr
Ich habe den Podcast wieder sehr gern gehört, bin aber in Punkto des Romanes von Julie Zeh vollkommen anderer Meinung.
Denn der Roman sagt eigentlich mehr über die Autorin aus, als über den rechten Wutbürger, den Frau Zeh u.a. skizzieren möchte. Den Roman habe ich damals abgebrochen, weil dort bloß Klischees bedient werden. So wie sich eine linke Ideologin halt rechte Ideologen vorstellt. Und der Roman bewegt sich nach meinem Dafürhalten in etwa auf dem Niveau einer Tatort Folge, zumindest was ich den ZON Kritiken von Herrn Dell immer entnehme.
Naturgemäß kann ich mit der Ideologie der AfD überhaupt nichts anfangen und ich habe sogar Angst vor solchen Typen wie Höcke oder dem Kalbitz.
Das bedeutet aber gleichzeitig nicht das ich linke Ideologen, wie Zeh, Böhmermann oder Restle brauche, die mir erklären wie der politische Gegner wahrhaft ist oder noch schlimmer: Wie ich denken, fühlen und handeln muss, darf, soll etc.
Ich erlebe an der Universität häufig solche Gruppen, die unter verschiedenen Vorwänden (Klima, Feminismus, Rechts), den Kampf gegen das böse System propagieren. Das sie in ihrer reaktionären Denkweise den Boden das Grundgesetzes teilweise ebenfalls schon (geistig) verlassen haben, bemerkt kaum jemand von ihnen.
Der Roman von Frau Zeh bedient meiner Auffassung nach genau diese Klientel, während er gleichzeitig versucht, sich einen intellektuellen Anstrich zu geben und geistreich zu wirken. Bei mir hat das nicht funktioniert. Genauso wenig wie ich mir von Götz Kubitcheck erklären lassen würde, wie der gemeine Linke tickt oder weshalb alle Ausländer böse sind.
Vielleicht rührt meine Meinung auch daher, weil ich Frau Zeh vorher schon bei Markus Lanz gesehen hatte und sie unfassbar selbstgerecht fand. Was ich so beobachte sind in diesem Land die Ideologien - links wie rechts - mittlerweile derart salonfähig geworden das sie bereits für Meinungen gehalten werden.
Ich möchte mich von keiner der beiden Seiten vereinnahmen lassen und bekomme immer Gänsehaut wenn es jemand versucht.

Aus meiner Sicht agiert die Linke momentan auch dermaßen hysterisch das man sich über die rechten Erfolge nicht weiter wundern braucht.
Jüngstes Beispiel ist das "Oma-Umweltsau" Gate, wo ich schon seit einigen Tagen genüsslich beobachte, wie sich der WDR samt Linke selbstständig vorführt, während man verzweifelt "rechter Shitstorm" ruft.
Schon interessant wie Antifa und Co sich für einen Intendanten (Großverdiener) in die Bresche werfen oder Seit an Seit mit der CDU demonstrieren.
Im Prinzip liefern sie nur die Bestätigung der Kritiker - die eben nicht automatisch rechts sind - dass sich hier längst ein Staat im Staate gebildet hat und in dem Aktivisten ihre politische Linie auf Kosten der Gebührenzahler durchdrücken möchten.
Den Beweis lieferte gestern die Zeit Online, wo geleakte Mitschnitte einer WDR Versammlung besprochen wurden und ein Autoren Komitee hinreichend demonstrierte, längst jeden Kontakt zur Realität verloren zu haben. Anders ist es wohl kaum zu erklären das man sich als "blutverschmierte Kämpfer" geriert und ähnlichen Theaterdonner zelebriert, um keinen Bodenkontakt herstellen zu müssen. Genau in diesem Umfeld verordne ich im Übrigen auch Frau Zeh.
"Alles was nicht meiner Meinung ist per se rechts und damit außerhalb jeglicher Diskurswürdigkeit".

Leider gibt es in diesem Land keine wirklich liberale (und wirklich) linke Partei mehr. Die SPD wäre hier prädestiniert, aber die hat bewegt sich ja auch irgendwo zwischen Neobliberal und Antifa Kommunismus, ohne sich recht entscheiden zu können.
Wirklich schade. Auch um die Romane von Frau Zeh, die vielleicht durchaus unterhaltsam sein könnten, könnte sie nur aus ihrer Haut.


edit:
Eigentlich hatte ich ja die kurze Besprechung von "Zerissene Erde" schon dieses Mal erwartet, bin aber ganz froh das es eine eigene Folge bekommt und noch zwei Wochen dauert. Ich hatte das Buch nämlich schon gekauft, auf eure Empfehlung hin, war aber noch nicht dazu gekommen.

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