Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

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Børge
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Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

Beitrag von Børge » Mo 3. Feb 2020, 17:46

Kauft ihr nur noch eBooks, seid ihr begeisterte Bibliothekengänger, oder schreckt euch ein Buch welches schon in anderen Händen lag ab?

Verliert ihr euch manchmal in einer Buchhandlung und habt nach 2 Stunden 6 neue Bücher gekauft obwohl zuhause 10 liegen die schon lange gelesen werden wollten? Wühlt ihr euch durch Tische voller Mängelexemplare in der Hoffnung das doch mal was Brauchbares darunter ist und nicht nur 5 Exemplare von “Steuererklärung 2003 leicht gemacht”?

Besucht ihr regelmäßig Antiquariate und Flohmärke auf der Suche nach einer ganz bestimmten Ausgabe?



Kurz welcher Typ, Bücherkäufer seid ihr?

Ironic Maiden
Beiträge: 61
Registriert: Di 4. Dez 2018, 13:58

Re: Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

Beitrag von Ironic Maiden » Di 4. Feb 2020, 14:07

In die Bibliothek gehe ich ungefähr einmal im Jahr, um meinen Ausweis zu verlängern, aber ausgeliehen habe ich schon lange kein Buch mehr. Ich habe zwar eine wirklich schöne und auch eingermaßen große Stadtbibliothek in Laufnähe, aber mir sagt die Auswahl dort insgesamt nicht zu, da ich vor allem auf Englisch lese und das wenige, das mich auf Deutsch interessieren würde, nämlich Neuerscheinungen, die mir zum Kaufen noch zu teuer sind, meist schon verliehen sind. Eigentlich finde ich das schade, da es aus Platz- und Nachhaltigkeitsgründen schon sinnvoller wäre, mehr Bücher zu leihen.

Momentan habe ich das Glück, etwa zweimal im Jahr nacgh Großbritannien zu kommen, und dann wird in der Buchhandlung zugeschlagen. Meist bringe ich 10 bis 15 Bücher aus dem Urlaub mit, dass reicht dann auch für einige Zeit. Für mich gibt es kaum etwas Tolleres, als in eine große englische Buchhandlung zu gehen, und meistens wanke ich schon nach einer Viertelstunde mit einem Arm voller Bücher zu meinem Freund, der die dann tragen muss während ich weiterstöbere.

Hier in Deutschland gehe ich eher selten in die Buchhandlung, weil ich große Ketten wie Hugendubel usw. nicht so mag. Hier in Wiesbaden gibt es eine sehr schöne Buchhandlung, in die ich regelmäßig gehe https://www.nero39.de/. Die Auswahl ist zwar sehr klein, aber irgendwie genau auf mich abgestimmt, ich bin bisher noch nie ohne mindestens ein Buch da rausgegangen. Im letzten Jahr habe ich dann auch versucht, Bücher so weit wie möglich nicht mehr über Amazon sondern über den Onlineshop der Buchhandlung zu bestellen, da es für mich keinen großen Aufwand bedeutet, die Bücher am nächsten Tag schnell im Laden abzuholen und ich den Einzelhandel da gerne unterstützen möchte.

Einen Kindle habe ich zwar auch, aber ich nutze ihn eigentlich nur, wenn ich ein Buch unbedingt sofort lesen muss, und es keine andere Möglichkeit gibt, schnell an die Druckversion zu kommen. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber ich habe den Eindruck, dass ich mir Bücher, die ich auf dem Kindle gelesen habe, nicht so gut merken kann wie die, die ich gedruckt gelesen habe. Ich denke oft, dass ich ein Buch nicht kenne, und stelle dann fest, dass ich es auf dem Kindle und auch gelesen habe. Ich glaube, mein Gehirn braucht die Verknüpfung aus dem spezifischen Gefühl des Buches (Gewicht, Dicke, Titelgestaltung usw.) und dem Inhalt, um alles richtig abspeichern zu können.
Bin ich da seltsam, oder haben vielleicht schon andere diese Erfahrung gemacht?

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falko
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Re: Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

Beitrag von falko » Di 4. Feb 2020, 15:22

Ironic Maiden hat geschrieben:
Di 4. Feb 2020, 14:07
Bin ich da seltsam, oder haben vielleicht schon andere diese Erfahrung gemacht?
Es gibt ja immer wieder mal Studien, die diesen Eindruck unterstützen, auch im Hinblick auf handschriftliche Notizen. Aber ich glaube, da steckt die mächtige Papierlobby dahinter!!! :D Wegen so was versuche ich es alle paar Jahre wieder mit einem Moleskine oder diesem Bullet-Journal-Prinzip, aber das endet alles bei mir genauso im Chaos wie eine To-Do-App. Jetzt wurschtele ich mich halt irgendwie bis zur Rente durch und hoffe, dass es keiner merkt.

Ich habe inzwischen ca 300 Bücher in meinem Kindle-Konto und gerade letztens musste meine analoge Buchsammlung umziehen. Da hatte ich auch Bücher in der Hand, die ich sicher gelesen habe, aber an die ich mich NULL erinnere. Sicher, habe auch solche E-Books, aber ob ein Text mich beeindruckt oder nicht hat, hängt - zumindest gefühlt und höchst subjektiv - bei mir nicht von der Frage ab, ob es ein gedrucktes Buch war, ein E-Ink-Lesegerät oder das Handy.

Onleihe möchte ich gern mal probieren, schon aus technischer Neugier, aber extra dafür einen Tolino anschaffen ... etwas übertrieben, aber mal sehen.

An Ramschtischen und Antiquariaten konnte ich bis vor ca 10 Jahren nicht vorbeigehen, ohne mit einem Rucksack voll Bücher wieder wegzugehen. So habe ich massig alte SF- und Fantasy-Romane gekauft - von denen ungefähr die Hälfte derzeit an die Phantastische Bibliothek Wetzlar gespendet wird, weil ich mir das Sammler-Gen inzwischen abtrainiert habe.
"I must say I find television very educational. The minute somebody turns it on, I go to the library and read a good book." - Groucho Marx

Shenmi
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Re: Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

Beitrag von Shenmi » Do 13. Feb 2020, 11:33

Wir kaufen fast nur noch E Books.
Früher sind wir regelrecht in Büchern ertrunken, irgendwann haben wir die Reißleine gezogen und uns davon getrennt.
Wochenlang haben wir die Bücherschränke in unseren Viertel befüllt. Es war aber erstaunlich wie schnell die immer leer geräumt waren.
Unsere Bibliothek hatte leider kein Interesse, obwohl die Bücher alle in sehr gutem Zustand waren.
Jetzt haben wir uns so sehr an EBooks gewöhnt, dass normale Bücher in der Hand schon seltsam erscheinen. Mich persönlich regt schon die Schrift auf, die mir jetzt meistens zu klein vorkommt oder wo mir die Schriftart nicht gefällt. Auch das Leselicht fehlt mir total und der bequeme Einkauf auch.
Wir wohnen etwas außerhalb der Stadt und müssten dann immer zweimal fahren, wenn das Buch nicht vorrätig ist. Beim Reader sind es zwei Klicks und das Buch ist geladen.

Buchhandlungen sind allerdings ein Faktum was uns beide schmerzt. Denn wir mögen sie und stöbern so gern. Obwohl ich große Ketten eigentlich auch nicht so mag, haben wir hier einen ganz tollen und mehrstöckigen Hugendubel, der sogar ziemlich gemütlich ist. Überall stehen kleine Sessel und Sofas oder Nischen wo man sich hinsetzen kann. Das ist total super und die sind hervorragend sortiert.
Die Bücher kaufen wir allerdings dann trotzdem elektronisch, abgesehen von Fachbüchern oder Bildbänden. Das tut uns immer ein bisschen leid, aber so ist es nun mal. Würden die Buchhandlungen Codes für EBooks verkaufen, wir würden sicher nie ohne etwas den Laden verlassen. Tun sie aber nun mal nicht.

Zuletzt noch die Hamsterkäufe, die mir wohl bekannt sind. Ich habe inzwischen über 1000 Bücher auf meinem Reader und bei vielen weiß ich schon gar nicht mehr, weshalb ich sie gekauft habe.
Meine Frau stöbert halt auch gerne mal bei den Anbietern und wenn sie irgendwas sieht, von dem sie denkt, es könnte mich interessieren, kauft sie das. Manchmal bekommt man ja auch Gratisexemplare von verschiedenen Anbietern, dass läppert sich ebenfalls.
Aber das ist doch eigentlich das Gute am Hobby Lesen: Es hört nie auf und wird nie weniger, egal wie viel man liest.
Bibliotheken frequentieren wir eigentlich gar nicht, obwohl wir hier eine sehr schöne in der Nähe haben. Wir passen manchmal auf die kleine Nachbarin auf, die einen Bibliotheksausweis besitzt. Mit der waren wir schon ein oder zwei Mal dort.

Zusammenfassend würde ich sagen, für mich und meine Frau kommen fast nur noch EBooks in Frage. Die Vorteile sind einfach zu groß und zu vielfältig.
Wir halten auch nichts von diesen Sentimentalitäten, wie dem Papier Geruch u.ä. Früher haben wir auch mal so geredet, aber das erscheint uns inzwischen seltsam. Ich kenne auch niemandem der sich mit Readern ernsthaft auseinandergesetzt hat und sie danach komplett ablehnt.
Die meisten bleiben eher dabei, habe ich den Eindruck.

Lima
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Re: Bücher kaufen / leihen – vom eBook bis zum Papierschnüffler

Beitrag von Lima » Mi 19. Feb 2020, 20:49

Ich bin mittlerweile auch E-Book-Aficionado. Platzersparnis, Möglichkeit, sich die Schrift und Helligkeit einzustellen, man kann eine ganze Bibliothek im Rucksack mitschleppen. Ach, es hat so viel Vorteile. Sentimentale Gefühle für Papiergeruch und -geraschel hege ich eigentlich nicht.
Nur manchmal, wenn ich an Bücherständen oder Antiquariaten vorbeikomme, überkommt mich eine gewisse Nostalgie nach der Zeit, als ich noch stapelweise Bücher von Flohmärkten nach Hause schleppte. Ich gebe ihr dann schon mal nach und kaufe dann doch noch das ein oder andere, was vielleicht noch nicht digitalisiert ist.

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